Archive for the ‘pi’ Category

Spirit of Lingua Tertii Imperii

17. November 2008

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Manch einer kann sich anstrengen wie er will, aber er wird mit seiner Sprache immer wieder aller Welt mitteilen, wie sehr er gedanklich dem dritten Reich verhaftet ist. Das ist nicht weiter verwunderlich bei Blogs wie Politically Incorrect, welches im Juni 2008 mit der Überschrift „Keine Staatsknete für Asoziale“ aufwartete. Welche Geschichte das Wort „Asoziale“ begleitet, kann man in der Wikipedia nachlesen:

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden sogenannte ‚Asoziale‘ Opfer verschärfter Verfolgung. „Die Aktion „Arbeitsscheu Reich“ markiert den Höhepunkt der ‚Asozialenverfolgung‘ im Nationalsozialismus. Seit 1938 drängten die Wohlfahrtsämter die Polizeibehörden geradezu zur Verhaftung von ‚Asozialen‘. An die Stelle der Schikanen und der Vertreibung von Bedürftigen traten ihre Erfassung und Vernichtung. Die Sozialutopie von der endgültigen Beseitigung abweichenden Verhaltens wurde in die Tat umgesetzt. Die Aktion ‚Arbeitsscheu Reich‘ war dabei das bedeutendste Einzelereignis der NS-Politik gegen „Asoziale“. Nach dem Erlaß vom 26. Januar 1938 folgten eine Gestapoaktion am 21. April 1938 und eine Kriminalpolizeiaktion am 13. Juni 1938. Zirka 20.000 „Asoziale“ wurden in die Konzentrationslager eingeliefert.

[…]

In der DDR konnten Personen, die nach Ansicht der staatlichen Organe das gesellschaftliche Zusammenleben der Bürger oder die öffentliche Ordnung dadurch gefährdeten, dass sie sich aus Arbeitsscheu einer geregelten Arbeit hartnäckig entzogen oder der Prostitution nachgingen oder sich auf andere unlautere Weise Mittel zum Unterhalt verschafften, nach § 249 StGB-DDR zu Bewährungsstrafen oder Arbeitserziehung oder Haft- oder Freiheitsstrafen bis zu zwei Jahren verurteilt werden.

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Nicht weniger verwunderlich auch, wie die Überschwemmungsphantasien des Bloggers Claudio Casula von Spirit of Entebbe zu denen des dritten Reiches passen:

Man überschwemme Israel mit Millionen palästinensischer Flüchtlinge und deren Nachkommen

Claudio Casula, Deutschland, November 2008

Von Osteuropa aus überschwemmen sie nun im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts unaufhaltsam Länder und Städte Europas, ja, der ganzen Welt.

Der ewige Jude„, Deutschland, November 1940

netzgegennazisVerwunderlich höchstens, dass nur einen Klick weiter die Netzklempnerin ausgerechnet für den Kampf gegen Nazis wirbt. Aber vermutlich hat Henryk M. Broder auch einfach recht wenn er meint, dass der Kampf gegen tote Nazis leichter ist als gegen lebende. Auch eine Netzklempnerin muss ja mal ausruhen.

Anmerkung: Diesen Beitrag gibt es heute auch bei Duckhome.

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Toleranz-Experten unter sich

21. September 2008

die Creme des Euro-Faschismus, die rechte Politcamorra des Alten Kontinents […]
‚Pro Köln‘ ist die zeitgenössische Variante des Nationalsozialismus, die, wenn sie könnte, wie sie wollte, mich in eine Gaskammer stecken würde.

Ralph Giordano charakterisiert „Pro Köln“, in: Erklärung von Ralph Giordano

Wie immer, wenn die Antifa aufmarschiert, war keine Fa da […]
mangels an Faschisten

Henryk M. Broder charakterisiert „Pro Köln“, in: Tollerantes Kölle

Also gehen sie jetzt schon auf die Straße, um gegen “Rechtsradikale” zu demonstrieren, die keiner wahrnehmen würde, wenn die Kölner Antifa nicht zu einer Demo gegen sie aufgerufen hätte.

Henryk M. Broder wirbt um Toleranz für „Pro Köln“ und einen Kongress Rechtsextremer, in: Tollerantes Kölle

Nicht wenigen Intellektuellen macht es Spaß, als Advokaten mörderischer Toleranz aufzutreten.

Henryk M. Broder kritisiert Henryk M. Broder, in: Kritik der reinen Toleranz

paramilitärisch organisierten linken Mob […] „zeitgenössischen SA-Kontrollpunkte“

Pro-Köln und Altermedia über die Antifa

SA-Rot-Rotte

Die Grüne Pest über die Antifa

Schrammas schwarze SA-Schergen

PI-Leser über die Antifa

die alternative SA

Henryk M. Broder im Jargon seiner Informationsquellen über die Antifa, in: Tollerantes Kölle

Good news are no news

9. August 2008

Ab 6. August ging die Meldung durch die Presse, der Iran werde zwei besonders barbarische Formen der Strafe abschaffen: die Steinigung und das Abhacken der Hand:

Kaum etwas ist für den Ruf der Islamischen Republik Iran so schädlich wie die Bilder und Internet-Videos von Steinigungen. Auch die Mehrheit der Iraner lehnt diese Strafe als barbarisch ab. […] Justizsprecher Aliresa Dschamschidi gab am Dienstag bekannt, für weitere Verurteilte sei der Vollzug ausgesetzt, bis das Parlament eine Neufassung des Strafrechts verabschiedet. Im künftigen Text sei die Steinigung nicht mehr vorgesehen, sagte Dschamschidi. Auch soll Dieben nicht mehr die Hand abgehackt werden.

Barbarei? Iran? Menschrechtsverletzung? Da gibt es doch einige Blogs, die sich besonders diesen Themen widmen. Denen diese drei Themen zusammen immer einen Beitrag wert sind. Ganz sicher würde sich dort auch diese gute Nachricht finden lassen. Schauen wir mal:

Politically Incorrect, Achse des Guten, Lizas Welt, Letters from Rungholt, No Blood for Sauerkraut, Wind in the Wires, Der Fuchsbau, WADIblog, Spirit of Entebbe, Bissige Liberale, Gay West, Fakten Fiktionen, Castollux, Martin Hagen, BAK Shalom, Heplev … usw usf

Anyone? Keiner. Nur Schweigen im Walde. Gute Nachrichten sind eben – keine Nachrichten. In manchen Blogs. Deutlicher kann man eine intellektuelle Bankrotterklärung eigentlich gar nicht machen.

Update: Bitte beachten Sie auch den Fortsetzungsbeitrag: Good news are no news (2).

Update: Beer 7 weist darauf hin, kein besonderes Interesse für Menschenrechte im Iran zu hegen:

Der Iran interessiert mich in erster Linie wegen der Bedrohung, die er fuer Israel darstellt. Die Menschenrechtslage dort verfolge ich nicht systematisch.

Das ist wohl richtig, ich habe den Blog lieber aus der Liste entfernt. Den Trackback zu meinem Artikel habe ich allerdings nicht verschluckt, das scheint ein technisches Problem sein.

Neue Verbündete braucht PI

15. Mai 2008

Nachdem das Blog „Politically Incorrect“ inzwischen sogar ungeniert für das Umfeld einer Terror-Organisationen wirbt, sei hier ein weiterer Verbündeter für PI vorgeschlagen.

Die Forderungen, so einfach wie einleuchtend:

– Vollwertige Anerkennung des Staates Israels als Teil der Völkergemeinschaft
– Bedingungsloses Selbstverteidigungsrecht für Israel gegen islamistischen Terror
– Gegen die Islamisierung Europas und für den Erhalt der jüdisch- abendländischen Kultur
Bekenntnis zum Schutze der Reinheit des jüdischen Blutes und der jüdischen Identität des staates Israel

Nada jedenfalls schlägt sie als Jugendgruppe der PI-Deutschen vor:

Nationale Sozialisten für Israel

Polizeigewalt-Experten unter sich

14. Mai 2008

In einem unerträglichen Beitrag wird auf die Polizisten eingedroschen, dass einen beim Lesen unweigerlich das Gefühl beschleicht, in einem schrecklichen, vor Willkür strotzenden Polizeistaat zu leben.
Politically Incorrect: „ZEIT: Im Zweifel gegen den Polizisten“

Polizeistadt Brüssel: Willkürliche Festnahmen

Teheraner Zustände herrschten heute rund um den Place du Luxembourg. […] die außerordentlich aggressiv auftretende Polizei [provozierte] mit willkürlichen Festnahmen einzelner Bürger.
Politically Incorrect: „Polizeistadt Brüssel: Willkürliche Festnahmen“

Deutsche Polizisten, so erfahren wir, schlagen mit Vorliebe Unschuldige zusammen […]
Politically Incorrect: „ZEIT: Im Zweifel gegen den Polizisten“

Wehrlose und friedliche Demonstranten wurden mit einer Wolke von Pfefferspray traktiert. Polizeibeamte versuchten zu verhindern, dass von diesen Ereignissen Fotos gemacht wurden. Journalisten und Fotografen wurden zu Boden geworfen oder sogar von einem Hund der herbeigetrommelten Hundeführerstaffel gebissen. Ich selbst wurde von einem Polizeibeamten zu Boden geschlagen und getreten. Wurde gewaltsam in ein Polizeifahrzeug gesteckt und ebenso gewaltsam wieder herausgezogen. Wieder mit brutaler Gewalt zu Boden geworfen und schließlich wie ein gemeiner Verbrecher mit auf dem Rücken gefesselten Händen in einen Gefangenentransporter gezerrt. Offenbar war Anordnung ergangen, auf „alles einzuschlagen, was sich bewegte“ […] Die Folgen lassen sich an zwei Fingern ausrechnen. Polizeibeamte schlugen wie verrückt auf die Aktivisten ein.
Politically Incorrect: „F. Vanhecke: “Was geschah, war eine Schande”“

Grade aus dem Lager der Verbrecherversteher kommt keinerlei Verständnis, wenn Polizisten Anforderungen nicht mehr gerecht werden, die praktisch nur gefühlstote Androiden erbringen können.
Politically Incorrect: „Sind Polizisten eigentlich Menschen?“

Die SIOE-Touristen hätten nicht die flamenhassende Polizei aus Lüttich gemäßigt, sondern wären ebenfalls von der Masse der prügelnden Gewalt zusammen geschlagen worden. Statt der Möglichkeit der individuellen Kalkulation unseres Risikos, wären wir kollektiv in die Polizeigewalt einbezogen worden.
Politically Incorrect: „Neue Wege nach Brüssel“

Als Polizist muss man sich selbst als Diskriminierungsopfer erleben – man wird geschlagen von zwei Seiten: Durch Kriminelle generell und einigen Migrantenethnien im besonderen, und politisch-medial durch inszenierte Schmutzkampagnen.
Politically Incorrect: „Sind Polizisten eigentlich Menschen?“

Auf der anderen Seite führt der paranoide Großeinsatz paramilitärischer Polizeieinheiten durch den offenkundig durchgedrehten Provinzbürgermeister Fat Freddy Thielemans gegen ein Häuflein friedfertiger Stehprotestler zu Verwicklungen auf höchster Ebene.
Politically Incorrect: „Wachsende Empörung über Thielemans Schläger“

Durch ein grundsätzliches Misstrauen gegen Polizisten einerseits, und ein grenzenloses Vertrauen gegenüber Migranten […] andererseits.
Politically Incorrect: „Sind Polizisten eigentlich Menschen?“

Die exzessive Gewalt von Thielemans blauen Schlägern beweist, dass hier nationale belgische Probleme ausgetragen wurden, mit denen die internationalen Besucher nichts zu tun haben.
Politically Incorrect: „Neue Wege nach Brüssel“

Bemerkung: Mehr Doppelmoral geht nicht? Abwarten. PI hat es bisher immer geschafft, sich selbst zu übertreffen.

Abwesenheitsnotiz

2. Mai 2008

Gerade wenn allerorten der Frühling ausbricht, kann einen das reale Leben schon ganz schön in seinen Klauen halten – oder, was ehrlicher wäre zuzugeben, das dumme Geschreibsel unter der Achsel des Guten ganz schön anöden. Dabei gäbe es sicher einiges anzumerken, z.B. zu Biosprit. Nunja. Das sollen fleißigere Blogger einstweilen erledigen. Aber wenn man schon nichts schreibt, sollte man vielleicht wenigstens noch ein paar Links nachreichen:

Blogger vert weist im Beitrag „im öko-dschungel“ auf einen Artikel [pdf] von Urs Niggli hin, der auf den Unsinn von Miersch und Maxeiner eingeht. Stefan Niggemeier bringt im Beitrag „Wie ‚Bild‘ Ausländerfeindlichkeit fördert“ sehr gut auf den Punkt, wie Bild und brauner Mob zusammenarbeiten.

Nun, für einen kleine Beitrag über Richard Wagners kolossale Verdrängungsleistung wird die Zeit aber wohl noch reichen.

Zu Gast bei Siegfried Kauder

12. November 2007

War da etwa ein PI-Leser zu Gast bei Siegfried Kauder?

Integration: 02.10.2007 – Frage von H.S.

Sehr geehrter Herr Kauder,

Warum lassen es sich die Deutschen gefallen, dass auf den Nationalfeiertag der Tag der Offenen Moschee gelegt wird?

Mfg S.
(abgeordnetenwatch.de: Siegfried Kauder)

Ja, genau? Warum schickt man keinen Mob mit Fackeln, Heugabeln und Schweinen hin? Herre, übernehmen Sie!

Broder vs Politically Incorrect

19. Oktober 2007

Brodaganda über Broder: „Nur manchmal spuckt er dem Beifall von der falschen Seite ein bißchen in die Suppe“. Das tat Broder gestern in der Phoenix-Runde mit dem Thema „‚Das sagt man nicht…‘ – Was ist politisch korrekt?“ dankenswerterweise. Nun ist für einige PI-Kommentatoren mal wieder eine Welt zusammengebrochen, weil Broder die gemeinsame Sache verraten hat:

#26 Jutta (18. Okt 2007 23:09)
Henryk M. Broder muss ich leider vergessen nach dieser Sendung.
Ich glaube ,er ist schwul und mag den Beck.

#32 OnkelM (18. Okt 2007 23:30)
Wie sehr Broder ein Rad abhat, sieht man, wenn man sein letztes Buch “Hurra – wir kapitulieren” in Rechnung stellt: Da geht’s um nichts anderes als um den Kampf gegen pc.
Und jetzt? Will er nichts mehr davon wissen.
Naja – der Kampf geht trotzdem weiter.

#36 schlechter Umgang verdirbt gute Sitten (18. Okt 2007 23:54)
Ich weiß nicht. War das ein Broder Double?
Bin ich verwirrt oder ist es der Broder?

Andere erklären sich die Vorkommnisse mit der – sonst Arafat zugesprochenen – Taktik der gespaltenen Zunge:

#46 Hombre (19. Okt 2007 01:12)
Ihr müsst immer beachten, dass nicht wir die Adressaten solcher Talkrunden sind, sondern der politisch interessierte Gutmensch und die anderen Journalisten.

Naja, das kennt man ja. Sie werden mit dem nächsten PI-Beitrag wieder ihr Desinformationsopium kriegen und dann wird wieder alles gut sein. Aber hier der Ablauf des Kampfes Broder gegen PI:

Broder stieg ein mit einem für PI-ler schon nicht einfach zu verdauenden Statement über Eva Herman:

Sie hat Unsinn geredet.

Dann wiegt er den gemeinen PI-ler mit seinen Ausführungen über die „absolut hysterischen“ Reaktionen der Gesellschaft im Fall Herman in Sicherheit. Aber nur, um nun zum Vernichtungsschlag gegen PI auszuholen:

Es gibt eigentlich überhaupt keine political correctness in der Bundesrepublik. Und Sie haben vollkommen recht, dieses Etikett „politisch inkorrekt“, das ist etwas wie früher: „sei doch endlich spontan“. Es ist nichts authentisches mehr. Es ist die reine Vermarktung.

Broder benennt also „Politically Incorrect“ als pure Bauernfängerei. Ein bißchen wird dann zwar noch mit den üblichen Brodereien über die „Gleichschaltung der Begriffe“ geschwafelt, aber Broder ist mit PI noch lange nicht fertig:

Dieses Sich-Abgrenzen führt dazu, daß die Wirklichkeit verschleiert wird. Ganz konkret: wenn irgendwo ein paar Farbige, Schwarze, Inder oder andere Un-Arier durch die Gegend gehetzt werden, dann ist der erste Reflex, noch bevor der Fall ermittelt wurde: es war keine Ausländerfeindlichkeit. Weil Ausländerfeindlichkeit ist nah am Rassismus, Rassismus ist nah am Nationalsozialismus. Das heißt, das offensichtliche wird erstmal bestritten, damit man sich mit der Wirklichkeit nicht wirklich auseinander setzen muß.

Treffender auf PI gemünzt geht es nicht! Broder setzt nach, in dem er die „morbiden Zustände“ benennt, die PI immer wieder verleugnet. Und tritt auf die am Boden liegenden PI-Gehirngewaschenen ein mit:

Mich interessiert der Bürgermeister von Mügeln, heute, in dessen Stadt ein kleines Progrom passiert, und der hinterher sagt, seine Stadt sei Opfer geworden. Dieser Irre interessiert mich mehr als Heydrich oder Himmler.

Aber auch das ist noch nicht alles. Auch folgendes ist zu offensichtlich auf PI gemünzt:

„Es gibt einfach allgemeine Grenzen […] Sie wissen ob es ein Witz ist oder ob dahinter ein Vernichtungswunsch steckt. [..] Und da wo der Vernichtungswunsch ansetzt, da wird es seltsam.“

Und kurz darauf erläutert er diese Beschreibung von PI näher:

Es fängt schon viel eher an. Und ganz ähnlich ist es bei Antisemitismus und beim Schwulenhass. Es sind subtile oder nicht so subtile, kleine Geschichten. Bei denen sie merken: er meint es gemein. Er macht sich nicht lustig über dich, er möchte dich weghaben.

Das betrifft natürlich auch jeden von den gefühlten eine Milliarde Kommentaren bei PI, die erklärtermaßen die Moslems „weghaben“ wollen.

Anekdote am Rande zum PI-Beitrag über die Sendung: Da macht doch Herre in seinem Größenwahn einen weinerlichen Witz, daß man keinen Vertreter seines Hassblogs zur Phoenix-Runde eingeladen hat. Aber PI wäre nicht PI, wenn sich diese Absurdität nicht auch noch auf die Spitze treiben ließe: die geneigte Leserschaft ist natürlich zu dumm, den Witz zu verstehen und zieht tatsächlich in Betracht, PI hätte einen Vertreter entsandt, so daß eine eilige Erklärung des Witzes nötig wird.

PI – zu dumm zum lesen

5. Oktober 2007

Stefan Herre, oberster Hirte seiner Sektenanhänger im Blog „Politically Incorrect“, sagt gerne, er sei nicht dumm, sondern nur seine Leser. Bzw. er drückt es so aus, daß man doch seinen Blog nicht anhand der Leserkommentare beurteilen solle. Oder er sagt gleich ganz was nettes über seine Leser wie hier:

Er sei nicht sicher, ob er alle seine Leser gerne kennenlernen möchte.
(Netzzeitung.de: Bloggen für das christliche Abendland)

Ist da nun wirklich so ein himmelweiter Unterschied zwischen Autoren und Lesern? Nein, aber es gibt diese Arbeitsteilung: die Autoren deuten nur an, die Leser dürfen die Haßbotschaften explizit ausformulieren. Soweit bekannt und in genügend Artikeln beschrieben.

Was passiert aber nun, wenn sich Herre einfach nur als funktionaler Analphabet erweist? Funktioniert diese Arbeitsteilung dann auch kritiklos? Aber Hallo! Da schreibt er also:

Das ist derjenige, der aus unserem T-Shirt-Motiv “Islamophobic – and proud of it” die aufstachelnde Headline “Islamfeind – und stolz darauf” machte. Preuß ist aber nicht nur ein stümperhafter schlechter Übersetzer (phobia = Angst)
(PI: Roland Preuß: Gut austeilen, schlecht einstecken)

über einen Artikel von Roland Preuß in der Süddeutschen Zeitung. Alles klar: Herre wähnt nun, Preuß sei ein schlechter Übersetzer bzw. hierbei würde es sich einfach um eine falsche Übersetzung handeln. Und seine Leser folgen ihm nach:

#24 Ratzl (04. Okt 2007 18:57)
Wenn man islamophobie mit islamfeind übersetzt, zeigt man wirklich überdeutlich seine Sachlichkeit…

#14 hanlonsrazor (04. Okt 2007 18:14)
Soviel Englischkenntnisse, um eine richtige Übersetzung zu machen, muss man selbst ihm zutrauen! Herr Preuß ist daher auch kein stümperhafter Übersetzer, Herr Preuß ist ein verschlagener Agitator Journaillienbeschicker, ganz in der Tradition der bolschewistischen Abteilung für Agitation und Propaganda.

#69 Bruckner (05. Okt 2007 01:32)
Preussens T-Shirt-Uebersetzung ist offensichtlich falsch

Und was steht nun aber im gescholtenen Artikel von Preuß?

Im einem eigenen Fanshop verkauft Herre T-Shirts, Kaffeetassen und Buttons mit der Aufschrift “Islamophobic and proud of it” (Islamophob und stolz darauf).

Preuß übersetzt also völlig korrekt „islamophobic“ mit „islamophob“. Lediglich die Überschrift ist eine Variation auf das Thema, wie bei Überschriften üblich. Wie man auch auf dem gescannten Artikel bei PI nachlesen kann könnte. Wenn die minderbemittelten Haßprediger nur mehr als Überschriften zu lesen in der Lage wären. Zu dumm zum lesen also! Es ist wirklich erstaunlich, daß es immer noch abwärts gehen kann bei PI.

Haßpredigende Sektierer

17. September 2007

(Anmerkung: diesen Text schrieb ich im Mai 2007 als Leserkommentar ergänzend zum Beitrag Ahnungslose Haßprediger im Blog von Stefan Niggemeier, konnte ihn dort aber aufgrund der Kommentarschließung nicht mehr einstellen. Es empfiehlt sich, zum Einstieg diesen Beitrag zu lesen.)

Ich habe PI seit langem verfolgt, später in immer größerem Abständen. Jedes Mal, wenn ich wieder dort las war ich überrascht, daß dieser Blog überhaupt noch tiefer sinken konnte. Die eigene Ignoranz und Dummheit wird dort mit Stolz abgefeiert. Früher habe ich in den Kommentaren diskutiert und mit manchem war tatsächlich eine vernünftige Diskussion bis zu einem bestimmten Grad möglich. Spätestens beim Realitätscheck mussten sie dann allerdings aussteigen. Zu der Zeit, als die angeblichen „No-go-Areas für Deutsche“ erfunden wurden, konnte man mir auf Nachfrage tatsächlich keine konkrete benennen und so lief auch mein Angebot ins leere, doch nachts mal gemeinsam eine solche aufzusuchen. Neukölln und Kreuzberg sind für PIler mystisch aufgeladene Schreckensorte durch Erzählungen aus dritter Hand, aber kaum einer dürfte sie tatsächlich kennen. Und so reden sie wie die Blinden von der Farbe.

Schon erwähnt wurde der Verzicht, sich mit nicht ins Weltbild passenden Argumenten auseinander zu setzen. Zu wenig beleuchtet wurde meiner Meinung nach die hartnäckige Weigerung, die eigenen Falschmeldungen zu korrigieren (und möglicherweise übernimmt auch Broder solche Falschmeldungen aus PI). Meiner Meinung nach ein deutlicher Beleg dafür, daß es eben um Selbstvergewisserung einer Klintel und nicht um Wahrheitsfindung geht. Man möchte mit Berichtigungen nicht am eigenen Image gegenüber den Eingeschworenen kratzen. Und wer nicht dazugehört ist egal, denn das sind ja sowieso die Gutmenschen, die die Wahrheit unterdrücken wollen. Hier wird deutlich, wie verschwörungsthoretisches Denken beim Errichten einer abgeschotteten Informationswelt hilft.

Wer was kritisches zu PI sagt, der wird persönlich diskreditiert und bei dem fallen die Spamtrolle massenhaft ein, aber das ist ja schon thematisiert worden. Absurd in dem Zusammenhang, wenn dann statt Argumente die Vorwürfe von PI an Kritiker kommen, sie würde anonym agieren. Möglicherweise kaum verholender Ärger darüber, daß man jemandem nur in der virtuellen Welt einen Mob an den Hals hetzten kann.

Was im übrigen wenig bekannt ist: Mitautor Ralph hat damals aufgrund der immer deutlicher werdenden Hetze PI verlassen. Er schrieb vom „ressentimentgeladenen antiislamischen Affekt“ (den er als zünftiger Antifeminist allerdings im „zänkisch-verhärmten Feminismus“ der Neu-Autorinnen verortete). Ralph hat wirklich eigentümliche Beiträge verfasst, aber ich kann ihn nur respektieren dafür, daß ihm die Hetze zu viel geworden ist und er sich mit deutlichen Worten von PI distanzierte.

Ebenso kann man die Distanzierung von PI solchen Blogs wie Statler&Waldorf, No Blood for Sauerkraut, Greg B. Grabinski, Telegehirn und Martin Hagen anrechnen. Gleichzeitig müssen die sich aber die Frage gefallen lassen wieso sie nicht von Anfang an durchschauten, wes geistigen Kind PI ist. Denn das war schon immer herauszulesen, wurde nur deutlicher mit der Zeit. Aber eine gemeinsame Ideologie macht vermutlich für manches blind.

Update: Da der Beitrag bei S&W inzwischen nicht mehr Online ist, hier zwei Zitate von Ralph K. aus den obigen Links:

Von Freunden muss man sich in aller Stille zurückziehen, wenn sie keine mehr sind. Vergangenem, an das man sich einst affektiv gebunden fühlte, sollte man nichts Schlechtes hinterherwerfen. Wenn man etwas äußert, -dann nur Gutes. Darum will ich an dieser Stelle zu PI schweigen. Auch dazu, dass es vielleicht eher zum deklamatorischen Stil politischer Blogs als zu dem dezenter (liberaler) Bürgerlichkeit passt, sich mit großer Geste einen kleinen Schritt zu getrauen, -den nämlich, PI von der Blogroll zu streichen. Ich habe mir erlaubt, eine sehr viel schmerzvollere Entscheidung in dieselbe Richtung zu fällen, ohne daraus die Legitimation abzuleiten, mich in maximengesättiger Gebärde, maximaler Pose von einstigen Alliierten abzusetzen.

@doro
Um an dieser Stelle die leider höchst berechtigte Frage zu beantworten, die statler in seiner Überschrift gestellt hat, die nämlich nach den Gründen, welche uns ruiniert haben, sei hier nur gesagt:
Sie und noch zwei, nein: drei Damen, deren Namen mir an dieser Stelle nicht über Tastatur und Maus kommen, haben aus PI das gemacht, was es heute ist.
Der ganze ressentimentgeladene antiislamische Affekt kam in Gestalt eines zänkisch-verhärmten Feminismus in unser bzw. Stefans Blog. Es sind Ihresgleichen, die sich dort verlustieren. Nicht meinesgleichen. Dass ausgerechnet Sie die Stirn haben, Doro, sich hier zur Anklägerin über uns aufzuschwingen, das geht mir, sage ich offen, gewaltig an die Nieren. Statler ja. Jo@chim, von mir aus. Sie -NEIN!