Archive for the ‘klimaskeptiker’ Category

Die Achse in ihrem Lauf hält weder Ölpreis noch Peak Oil auf

20. Juni 2008

Die Achse des Guten ist vor kurzem etwas in die Defensive geraten. Die steigenden Ölpreise, an denen mal ausnahmsweise nicht die Bundesregierung schuld ist! Und dann hat sich auch noch Total als erstes Ölunternehmen zur „Peak Oil“ Theorie bekannt, wonach das Maximum der möglichen Ölfördermenge bald erreicht ist:

Unabhängige Experten ahnten es schon immer – nun gibt es erstmals ein Energiemulti zu: Die weltweite Ölförderung wird wohl bald ihr Maximum erreichen, warnt der französische Konzern Total. Bisherige Schätzungen seien „zu optimistisch“ – denn die Unternehmen finden nicht genug neue Vorkommen.

Wesentlich mehr wirds also vermutlich nicht mehr – und das zusammengenommen mit der rasant wachsenden Nachfrage in Asien … das läßt nun allerdings die von der Achse immer wieder angeprangerte Förderung alternativer Energien durch die Bundesregierung doch etwas vernünftiger aussehen. Aber das ficht die Achse nicht an. Zu solch unangenehmen Nachrichten äußern sich die Chefverdränger von der Achse einfach nicht. Einfach einen Gang zurückschalten, warten, bis Gras über die Sache gewachsen und dann wie gehabt volle Kraft voraus!

Tauwetter im Skeptikerblock

18. März 2008

Mit einem Text von Ulli Kulke in der Welt rückt Dr. Peiser vorsichtig von den sog. Klimaskeptikern ab:

Die Simulationsmodelle des IPCC sind nicht der Weisheit letzter Schluss, auch wenn ihre Modellierer dies beanspruchen. Und der Beweis, dass CO2 nichts mit dem Klima zu tun hat, dürfte auch schwerfallen. Doch kritische Zwischentöne von Forschern wie Hüttl, Emmermann, Malberg oder Delisle werden zwangsläufig an Bedeutung gewinnen, denn der Alarmismus des IPCC und die Hektik im Hause Gabriel werden auf Dauer keinen Bestand haben können.

Soso, CO2 also – die Frontlinie der Klimaskeptiker schmilzt wohl wie ein Gletscher im Klimawandel? Aber was sagt nun eigentlich der erwähnte Hüttl?:

Das heißt, wenn wir heute wissen, dass wir mit Treibhausgasen und Landnutzung zum geologischen Faktor geworden sind, der das Klima beeinflussen kann, dann sollten wir rasch reagieren: Unsere Strategie der CO₂-Reduktion ist nicht nur sinnvoll, weil wir wissen, dass wir das Klima ändern, sondern vor allem, weil wir nicht wissen, wie das sich ändernde Klima auf uns reagiert.

Ach. Und was sagt Emmermann?:

GFZ-Chef Emmermann weist aber darauf hin, dass die CO2-Versenkung allenfalls Zeit verschafft, um CO2-freie Energietechnologien zu entwickeln und einzuführen. «Das ist eine Übergangstechnologie, die nicht ewig angewendet werden kann», sagt er.

Naja, etc pp. Keine weiteren Fragen. Was noch?

Nahezu unbemerkt von der Weltöffentlichkeit formieren sich die Klimaskeptiker zu einer neuen Graswurzelbewegung gegen die Weltuntergangspropheten. Und das Wetter spricht für sie

Soso, das Wetter. Aber was heißt es denn, wenn tatsächlich nur das Wetter, nicht das Klima, für die Klimaskeptiker spricht? Das Wetter ist nur ein kurzfristiger Zustand, während das Klima für die Gesamtheit der möglichen Wetterzustände steht:

Als Wetter bezeichnet man den spürbaren, kurzfristigen Zustand der Atmosphäre […] an einem bestimmten Ort der Erdoberfläche […]

Das Klima steht als Begriff für die Gesamtheit aller meteorologischen Ursachen, die für den durchschnittlichen Zustand der Erdatmosphäre an einem Ort verantwortlich sind. Oder anders ausgedrückt: Klima ist die Gesamtheit aller an einem Ort möglichen Wetterzustände, einschließlich ihrer typischen Aufeinanderfolge sowie ihrer tages- und jahreszeitlichen Schwankungen.

Im Klartext also noch eine Bankrotterklärung. Eine weitere ist es, Al Gore anzukreiden, er habe sich nicht mit 200.000 Dollar für die „kritische Klimakonferenz“ der „NIPCC“ als Alibi kaufen lassen, sondern sei lieber woanders kostenlos aufgetreten. Denn eine Teilnahme als Alibi für die – in letzter Zeit so in Mode gekommenen – Leugnerkonferenzen läßt nicht nur Rumpelstilzchen Broder, sondern auch die gesamte Achse des Guten doch sonst sofort im Dreieck springen. Ansonsten wird auch die Methode des „Teilnehmer kaufen“ in dem Artikel der Welt komischerweise nicht weiter erwähnt:

Auch die Methoden des Heartland Institutes sprechen für sich: Den nach New York eingeladenen Wissenschaftlern wurde ein Honorar angeboten, berichtet Rahmstorf, der selbst auch eine Einladung erhielt. Wie auf dem Klimaforscher-Blog http://www.realclimate.orgberichtet wird, lag die Höhe des Honorars bei 1000 Dollar – Kosten für Anreise und Unterkunft würden ebenfalls vom Heartland Institute übernommen. „Ungewöhnlich“ sei das, meint Rahmstorf. Normalerweise würden Wissenschaftler keine Honorare für Vorträge auf wissenschaftlichen Konferenzen erhalten. Bei der Zahl von rund 100 geladenen Sprechern in New York dürfte einiges an Honoraren zusammenkommen.

„Mami, Mami, ich möchte vier Bankrotterklärungen in einem Artikel!“ – „Ach, Kind, geh die Achse des Guten lesen!“