Archive for the ‘idioten’ Category

Sarrazin mal wieder

1. September 2010

Um das Gefühl der Überlegenheit bei seinen deutschen Lesern zu wecken, appelliert Sarrazin an den Stolz der Deutschen; an den „Stolz auf den Fleiß und die Tüchtigkeit seiner Bürger“ in den „wirtschaftlich und gesellschaftspolitisch sehr erfolgreichen Jahrzehnten seit dem Zweiten Weltkrieg“. Die Jahrzehnte dieses Erfolgs hätten aber „die Sehschärfe der Deutschen getrübt für die…Fäulnisprozesse im Innern der Gesellschaft“. Selbstzufriedenheit und „Fäulnis“, Motive, die man schon in Hitlers üblem Machwerk „Mein Kampf“ nachlesen konnte: „Während aus künstlich gehegten Friedenszuständen öfter als einmal die Fäulnis zum Himmel emporstank“, heißt es dort.

Wenn man die Parallelen betrachtet, die die Nachdenkseiten hier aufzeigen,  dann muss ich sagen, dass meine Einschätzung von Sarrazins Äußerungen in diesem Artikel nicht daneben lag.

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The Spirit of Stupidity

24. September 2008

Eine unabdingbare Voraussetzung dafür, um eine gewisse Ideologie zu vertreten, ist offenbar nicht allzu helle zu sein. Was an IQ fehlt kann ja immer noch mit einem Überschuss an Ego wettgemacht werden. Nehmen wir z.B. den Blogger Telegehirn. Da raunt er ganz entsetzt, man dürfe doch in Bezug auf die „Achse des Guten“ nicht den Begriff „Netzwerk“ in den Mund nehmen:

Mich erinnern hier die einige Kommentare arg an Verschwörungstheorien. Aber Sie tragen ihren Teil dazu bei, wenn Sie von einem Netzwerk schreiben. Netzwerk müssten Sie, so finde ich, erst einmal definieren, denn Netzwerk hört sich so nach Verschwörung an, nach geheimen Absprachen. Da bekomme ich eben ein ungutes Gefühl.

Dabei hat das Telegehirn allerdings den simplen Fakt übersehen, dass es sich bei „Netzwerk“ schlicht um eine Eigenbezeichnung der Achse handelt. Eine klare Fehlleistung, die auch unter Berücksichtigung des Broder-Galinski-Urteils das Wort Depp durchaus sachlich begründet. Für unsere kleine Drama Queen aber immerhin ein guter Anlass ob dieses argumentativ blauen Auges giftig zu werden und abzurauschen:

Wenn Sie der Meinung sind, hier mit Beleidigungen reagieren müssen, Herr Niggemeier, dann lasse ich Sie mit ihren neuen Freunden aus der antizionistischen/antisemitischen Ecke mal alleine. Sie verstehen sich ja alle ganz blendend.

Telegehirn – ein sehr deutsches Opfer der antisemitischen Niggemeierverschwörung! Köstlich! Offenbar schwante ihm aber schon vorher, dass er argumentativ nichts reissen kann und ersetzte Argument kurzerhand mit Lüge:

@ Arendt: […] die Objekte ihrer Bewunderung (Hamas-Faschisten) […]

Auch fehlendes Textverständnis ist offenbar Teil der Voraussetzungen zur Aufnahme in den Klub. Das beweisen das Blog „Spirit of Entebbe“ und Blogger Claudio Casula mit dem Versuch der Kommentierung eines Textes von Michael Lüders. Betonung liegt auf Versuch, denn da geht natürlich schief, was nur schief gehen kann. Der ganze Beitrag ist ein erschütterndes Trauerspiel der Dummheit. Aber um den Leser nicht zu langweilen hier nur zwei Stellen als Beispiel:

Sieben Jahre nach 9/11 erklärt Michael Lüders im Leitartikel der Frankfurter Rundschau („Der falsche Krieg“), warum der Westen selbst schuld an islamistischem Terror ist.

„In der islamischen Welt ist ein Großteil der Bevölkerung davon überzeugt, El Kaida habe die Anschläge vom 11. September 2001 mit Hilfe der US-Regierung und Israels begangen. Absurd, gewiss. Und doch zeigt diese Wahrnehmung, dass der Westen den Kampf um die Köpfe und Herzen der Muslime längst verloren hat.“

Das ist natürlich Quatsch. Lüders macht hier eine rein sachliche Feststellung, die aussagt, ob seiner Meinung nach das erklärte Ziel der Vereinigten Staaten erreicht ist. Er lässt keine moralische Wertung einfließen. Von „Schuld“ ist nirgends die Rede. Anderes Beispiel:

„Das heißt konkret: Nicht länger unfähige und verbrecherische Regierungen, ob in Kairo oder in Islamabad, mit Geld zuschütten, damit sie – hoffentlich – eine prowestliche Politik betreiben.“

Interessant, dass Lüders zum Stichwort „unfähige und verbrecherische Regierungen“ in Nah- und Mittelost ausgerechnet Kairo und Islamabad einfallen – und nicht Beirut, Damaskus, Gaza/Ramallah und Teheran, wo die Unterstützer des islamistischen Terrors sitzen. Was deutlich zeigt, auf wessen Seite Lüders’ Sympathien liegen.

Wieder Unsinn. Lüders fallen diese Länder nicht lediglich zum Stichwort „unfähige und verbrecherische Regierungen“, sondern zum Stichwort „unfähige und verbrecherische Regierungen, die vom Westen mit Geld zugeschüttet werden“ ein. Dazu gehören seiner Meinung nach eben nicht z.B. Iran und Syrien. Diese Einschätzung mag man zutreffend finden oder auch nicht – aber es ist falsch, dass das „Lüders’ Sympathien“ aufzeigen würde, wie von Casula behauptet.

Das ist also der erschütternde Zustand, in dem sich unsere „prowestlichen Blogger“ befinden. Keine Ahnung haben, lügen, sich weinerlich als Opfer stilisieren und über ein Textverständnis verfügen, für das es noch nicht mal in NRW einen beliebigen Schulabschluss gäbe. Das trifft die zivilisierte Welt um so härter, als Pro Köln am Wochenende schon überrannt wurde. Es steht also gar nicht gut um den Volkssturm gegen die Machtübernahme des Islamofaschismus nächste Woche. Vielleicht wäre ja Kapitulation eine Lösung.

(Sinnloser Kommentarstreit fremder Leute gelöscht.)

Orientierung in Kriegszeiten

19. August 2008

Der Krieg in Georgien hat die üblichen Blogs wie alle anderen überrascht. Ein schwieriger Konflikt, daher wissen die einfachen Gemüter zunächst gar nicht, wie sie sich positionieren sollen. Aber zum Glück bieten einige Marker Orientierung: ein paar Lieblingsfeinde zitieren russische Propaganda und ein ganz unverschämter Blogger versucht sogar, eine objektive Berichterstattung einzufordern. Objektive Berichterstattung ist Gift für jedes einfache Weltbild, soetwas fordern nur die Feinde der westlichen Welt. Da fällt die Positionierung schonmal leichter.

Dann: die Friedensbewegung. Die muß natürlich verurteilt werden: wahlweise erst weil sie Russland nicht verurteilt und dann weil sie unverschämte Forderungen an Russland richtet. Glück gehabt. Man stelle sich vor, die Friedensbewegung hätte erst unverschämte Forderungen an Russland gestellt und hätte dann nichts gesagt! Die Idioten-Blogs hätten in diesem Fall unverbrüchlich an der Seite Russlands stehen müssen.

Wem das alles noch keine Orientierung bietet, dem bleibt immer noch ein absolut zuverlässiger Strohhalm: das Verhältnis zu Israel. 1000 israelische Militärberater in Georgien sind selbstverständlich nur ein antisemitisches Gerücht, aber – sie machen andererseits genauso selbstverständlich Georgien zum Freund Israels. Und ab hier befindet man sich endlich auf ideologisch gesichertem Territorium. Viva Georgien, Freund Israels!

Anti oder Fa?

28. Juli 2008

Liebe „Antifa Duisburg“,

wenn man ein Blog zwecks Befriedigung pubertäter Triebabfuhr durch argumentfreie Beschimpfungen und Einstellen bereits x-mal veröffentlichter Texte fremder Autoren anlegt, dann kann man es natürlich durchaus gerne einfach „Antifa Duisburg“ nennen. Ein einfacher und einprägsamer Name. „Duisburg“ steht dabei sicherlich für den Selbsthaß durch die Herkunft aus einem trostlosen Provinzkaff:

Aber – sollte „Antifa“ nicht eigentlich für „anti-faschistisch“ stehen? Wie verträgt sich dieser Anspruch damit, Artikel zu posten, deren martialische Sprache jedem, sich einer totalitären Ideologie verpflichtet fühlenden Redenschreiber Freudentränen in die Augen steigen lassen würden?

Da hätten wir also:

„seine Tiefpunkte sind selbst herbeigeführte Erniedrigungen“

„die Macher berauschender Siege“

„Schande über sich bringen“

„in ein vorwiegend sentimentales [Land] degeneriert“

„sind vom Weg abgekommen“

und mein absoluter Liebling:

Triumphe des Willens

Ja, derart sind sie, die Triumphe des Willen unserer siegesberauschten jungen Deutschen. Bei derartiger Geschichtsvergessenheit ist es wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis zum „totalen Golf-Krieg“ oder der „Endlösung der Libanonfrage“ aufgerufen wird.