Archive for the ‘experten’ Category

Das Pogrom ist nah!

23. Juni 2010

Gäbe es einen Apokalyptiker-Preis für vorhergesagte, aber nicht eingetretene Weltuntergänge, dann müsste dieser sicherlich an die Pro-Israel-Bewegung vergeben werden. Trotz tausendfacher Untergangs-Prophezeiungen – wie etwa durch die apokalyptische Bewegung „Stop the bomb“ oder Gruppen wie „I like Israel“ und „Honestly Concerned“ mit ihrer Iran/Holocaust-Polemik – ist Israel nach wie vor putzmunter und schlägt sich wacker.

Plakat zu einer "Großdemonstration" gegen den "atomaren Holocaust" 28. Januar 2007 in Berlin von "I like Israel" und "honestly concerned"

Angesichts dessen ist es manchem vielleicht langweilig geworden, immer nur den Untergang Israels vorherzusagen. Ein findiger Alarmist hat daher nun ein neues Feld besetzt: Pogrome. Als Pogrome an Juden wird – meist – die Auslöschung jüdischer Gemeinden bezeichnet, welche bereits im Mittelalter stattfanden. In neuer Zeit gipfelten die Pogrome am 9. November 1938 in der Reichspogromnacht, wobei 400 Menschen ermordet und tausende Synagogen, Versammlungsräume, Geschäfte und Wohnungen zerstört wurden.

Laut einer Vorhersage auf der Achse des Guten steht uns ein derartiges Pogrom in Kürze wieder bevor. Hintergrund dieser Prophezeiung ist eine Podiumsdiskussion der Jüdischen Gemeinde zu Berlin am 27. April 2010 anlässlich eines taz-Artikels von Iris Hefets. Allerdings sollte zwar anlässlich des Artikel, aber nicht mit der Autorin diskutiert werden. Das wiederum fanden ca. 20 Personen kritikwürdig, die während der Veranstaltung gegen den Ausschluss der Autorin aus der Diskussion protestierten. Sie erhoben sich, hielten Schilder in die Höhe und äußerten Zwischenrufe. So weit, so unspektakulär, insbesondere bei einem derart polarisierenden Thema wie dem Nahost-Konflikt, in dem sich beide Seite mit Protesten und Störungen von Veranstaltungen zu überbieten versuchen.

Allerdings nicht für Samuel Salzborn, welcher in einem Artikel auf der Achse des Guten seiner Phantasie freien Lauf läßt:

Der Schritt zu massiven Handgreiflichkeiten in der Synagoge war nicht weit, das Überschwappen einer solchen gegen die Jüdische Gemeinde zu Berlin gerichteten Eskalation zum Pogrom lediglich eine Gratwanderung.

Zusammengefasst also: die nicht-existenten Handgreiflichkeiten hätten sich um ein Haar zur Auslöschung der Jüdischen Gemeinde zu Berlin ausgewachsen. Schlimmer noch! Wer diese argumentative Volte nicht nachvollziehen kann, soll auch noch die von Salzborn vorhergesagten Pogrome mit verursachen:

Der Auftakt für einen antisemitischen Ausnahmezustand ist jetzt gemacht, mitgetragen von einem links-alternativen Milieu […] Wenn sie dieses Ereignis einfach abtun, machen sie sich zu den Steigbügelhaltern von antisemitischen Pogromen in der Zukunft.

Das ist das geschlossene Weltbild Salzborns: Wer seine übersteigerte Phantasie nicht teilt, ist Täter und Feind. Ein Muster, welches sich bei vielen Verschwörungstheoretikern wiederfinden läßt. Immerhin fehlt hier noch eine Steigerungsstufe der Verschwörungstheorie: die Überlegung, dass es nur aus strategischen Gründen keine Handgreiflichkeiten gegeben habe, da dies die späteren Pogrome gefährdet hätte. Nicht wenige aus der Pro-Israel-Bewegung müssen inzwischen auch zu solcherart Logik-Saltos greifen, um die Diskrepanz zwischen ihrer Wahrnehmung und der Realität zu überwinden. So weit ist es bei Salzborn zum Glück noch nicht.

Dennoch: Es gibt wahrlich mehr als genug Antisemitismus in Deutschland. Wer aber wie Salzborn derart überdrehte Phantasien über die Auslöschung jüdischer Gemeinden propagiert, sabotiert damit eine konstruktive Problemdiskussion. Insbesondere dann, wenn er auch sachlich nicht die Wahrheit sagt. Denn einer seriöseren Schilderung zufolge stellt sich die Situation eher gegenteilig dar. Nach dieser Schilderung wurde nämlich die Teilnehmerin an der Diskussion Ines Pohl, die sich nicht im Sinne der Jüdischen Gemeinde äußerte, bedrängt:

Pohl wird bespuckt und als Nazi beschimpft. Sie verlässt bald darauf den Saal. Die Aktivisten, die sich auch auf mehrmalige Aufforderung hin nicht setzen wollen, werden schon vorher von Ordnern hinausgeführt.

Nachtrag: Ein sehr nachdenklicher und lesenswerter Artikel zu der Veranstaltung ist „Alles Antisemiten!?!“ und berührt viele interessante Fragen, deren Debatte sich die Pro-Israel-Bewegung verschliesst.

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Blame-Bush-Experten unter sich

11. November 2008

Während die Öffentlichkeit noch über Banker und Börsen lästert, wird immer deutlicher was der wahre Verursacher dieses Sturms gewesen ist: George Bushs Irakkrieg, seine gewaltigen Kosten und die Abwälzung derselben in die Schuldenindustrie. Die aggressive Niedrigzinspolitik von Bushs Zentralbank in Kriegszeiten löste einen Debitoren-Tsunami aus, den wir heute alle bezahlen müssen.

Wolfram Weimer, Die Krise des Krieges, macht George Bush für das Übel der gegenwärtigen Kapitalismus-Krise verantwortlich

Er führt alles Übel der Welt auf George Bush, dessen Eltern, dessen Kinder, dessen Nachbarn, dessen Fußpilz, dessen Land zurück.

Wolfram Weimer, Die Brandstifter rufen Feuer, über die Unart, George Bush für alle Übel des Kapitalismus verantwortlich zu machen

(via „Achse des Guten ganz böse…“ bei „Kritik und Kunst“ und Kommentiererei bei „Volker Radke“)

Toleranz-Experten unter sich

21. September 2008

die Creme des Euro-Faschismus, die rechte Politcamorra des Alten Kontinents […]
‚Pro Köln‘ ist die zeitgenössische Variante des Nationalsozialismus, die, wenn sie könnte, wie sie wollte, mich in eine Gaskammer stecken würde.

Ralph Giordano charakterisiert „Pro Köln“, in: Erklärung von Ralph Giordano

Wie immer, wenn die Antifa aufmarschiert, war keine Fa da […]
mangels an Faschisten

Henryk M. Broder charakterisiert „Pro Köln“, in: Tollerantes Kölle

Also gehen sie jetzt schon auf die Straße, um gegen “Rechtsradikale” zu demonstrieren, die keiner wahrnehmen würde, wenn die Kölner Antifa nicht zu einer Demo gegen sie aufgerufen hätte.

Henryk M. Broder wirbt um Toleranz für „Pro Köln“ und einen Kongress Rechtsextremer, in: Tollerantes Kölle

Nicht wenigen Intellektuellen macht es Spaß, als Advokaten mörderischer Toleranz aufzutreten.

Henryk M. Broder kritisiert Henryk M. Broder, in: Kritik der reinen Toleranz

paramilitärisch organisierten linken Mob […] „zeitgenössischen SA-Kontrollpunkte“

Pro-Köln und Altermedia über die Antifa

SA-Rot-Rotte

Die Grüne Pest über die Antifa

Schrammas schwarze SA-Schergen

PI-Leser über die Antifa

die alternative SA

Henryk M. Broder im Jargon seiner Informationsquellen über die Antifa, in: Tollerantes Kölle

Stimmungs-Experten unter sich

10. Juni 2008

Die Achse des Guten verlinkt einen Artikel von Reinhard Mohr auf Spiegel Online. Der Artikel ist nicht weiter der Rede wert, denn er bietet kaum mehr als eine exakte Paraphrasierung der folgenden Zeilen aus einem bekannten Pop-Schlager der neueren Zeit:

Gestern ging es allen dreckig
Heute geht es steil bergauf
Jeder hat 6 Richtige
Alle sind total gut drauf
[…]
Hip, Hip , Hurra!
Alles ist super , alles ist wunderbar
Hip,Hip, Hurra!
Alles ist besser als es damals war
Alle sind Freunde
Alle sind happy, alle sind froh
Und überall wo man hinguckt:
Liebe und Frieden und so

Allerdings: in einer unironischen Version. Was dazu überhaupt zu sagen wäre, hat schon das Blog Kritik und Kunst aufgeschrieben.

Mit folgenden Worten z.B. wendet sich nun also der Optimist Mohr gegen Schreckensnachrichten von schlechter Wirtschaft und Verelendung:

Jetzt sind die alten Reflexe wieder da. Seit Monaten scheint es um nichts anderes zu gehen als um Rentnerelend, Massenarmut, Jugendgewalt, Depression und Altersdemenz. […] Eine Schreckensstatistik jagt die andere. In ihrer medial zugespitzten Verbreitung suggerieren all die Zahlen und Prozente, was viele Deutsche immer wieder gerne hören: Es geht abwärts! […] Für die gefühlte Negativeinschätzung kann es jedenfalls nicht genug Prognosen, Studien, Umfragen und Expertenäußerungen geben. […]

Dass seitdem 1,4 Millionen Arbeitsplätze geschaffen wurden, was unter anderem die Jugendarbeitslosigkeit praktisch halbiert hat, dass das Wirtschaftswachstum samt Steuereinnahmen kräftig gestiegen ist und Deutschland auch 2008 vor China Exportweltmeister bleiben wird, spielt beim gegenwärtigen Lamento keine Rolle.

Tja, hätte man das mal nicht vorher mit dem Hauspessimisten von der Achse durchsprechen können? Denn Benny Peiser beliebt es, einen ganz anderen Artikel von Spiegel Online zu zitieren:

Das Studienergebnis ist bitter: Laut einem Standortranking von Ernst & Young schätzen Investoren vor allem Schwellenländer und Osteuropa, Deutschland wird dagegen immer unbeliebter. Noch düsterer sieht es im übrigen Westeuropa aus – die weltweiten Gewichte verschieben sich. Vielleicht wird bald “Westalgie” in Deutschland einkehren – die Sehnsucht nach einer Ära, als Deutschland und die westlichen Industrienationen noch unangefochten an der Spitze standen. Diese Zeiten sind vorbei, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Im Zweifelsfall gehen die Wirtschaftsexperten auf der Achse also einfach auf Nummer sicher und vertreten alle professionellen Einschätzungen gleichmäßig – na, warum auch nicht.

Polizeigewalt-Experten unter sich

14. Mai 2008

In einem unerträglichen Beitrag wird auf die Polizisten eingedroschen, dass einen beim Lesen unweigerlich das Gefühl beschleicht, in einem schrecklichen, vor Willkür strotzenden Polizeistaat zu leben.
Politically Incorrect: „ZEIT: Im Zweifel gegen den Polizisten“

Polizeistadt Brüssel: Willkürliche Festnahmen

Teheraner Zustände herrschten heute rund um den Place du Luxembourg. […] die außerordentlich aggressiv auftretende Polizei [provozierte] mit willkürlichen Festnahmen einzelner Bürger.
Politically Incorrect: „Polizeistadt Brüssel: Willkürliche Festnahmen“

Deutsche Polizisten, so erfahren wir, schlagen mit Vorliebe Unschuldige zusammen […]
Politically Incorrect: „ZEIT: Im Zweifel gegen den Polizisten“

Wehrlose und friedliche Demonstranten wurden mit einer Wolke von Pfefferspray traktiert. Polizeibeamte versuchten zu verhindern, dass von diesen Ereignissen Fotos gemacht wurden. Journalisten und Fotografen wurden zu Boden geworfen oder sogar von einem Hund der herbeigetrommelten Hundeführerstaffel gebissen. Ich selbst wurde von einem Polizeibeamten zu Boden geschlagen und getreten. Wurde gewaltsam in ein Polizeifahrzeug gesteckt und ebenso gewaltsam wieder herausgezogen. Wieder mit brutaler Gewalt zu Boden geworfen und schließlich wie ein gemeiner Verbrecher mit auf dem Rücken gefesselten Händen in einen Gefangenentransporter gezerrt. Offenbar war Anordnung ergangen, auf „alles einzuschlagen, was sich bewegte“ […] Die Folgen lassen sich an zwei Fingern ausrechnen. Polizeibeamte schlugen wie verrückt auf die Aktivisten ein.
Politically Incorrect: „F. Vanhecke: “Was geschah, war eine Schande”“

Grade aus dem Lager der Verbrecherversteher kommt keinerlei Verständnis, wenn Polizisten Anforderungen nicht mehr gerecht werden, die praktisch nur gefühlstote Androiden erbringen können.
Politically Incorrect: „Sind Polizisten eigentlich Menschen?“

Die SIOE-Touristen hätten nicht die flamenhassende Polizei aus Lüttich gemäßigt, sondern wären ebenfalls von der Masse der prügelnden Gewalt zusammen geschlagen worden. Statt der Möglichkeit der individuellen Kalkulation unseres Risikos, wären wir kollektiv in die Polizeigewalt einbezogen worden.
Politically Incorrect: „Neue Wege nach Brüssel“

Als Polizist muss man sich selbst als Diskriminierungsopfer erleben – man wird geschlagen von zwei Seiten: Durch Kriminelle generell und einigen Migrantenethnien im besonderen, und politisch-medial durch inszenierte Schmutzkampagnen.
Politically Incorrect: „Sind Polizisten eigentlich Menschen?“

Auf der anderen Seite führt der paranoide Großeinsatz paramilitärischer Polizeieinheiten durch den offenkundig durchgedrehten Provinzbürgermeister Fat Freddy Thielemans gegen ein Häuflein friedfertiger Stehprotestler zu Verwicklungen auf höchster Ebene.
Politically Incorrect: „Wachsende Empörung über Thielemans Schläger“

Durch ein grundsätzliches Misstrauen gegen Polizisten einerseits, und ein grenzenloses Vertrauen gegenüber Migranten […] andererseits.
Politically Incorrect: „Sind Polizisten eigentlich Menschen?“

Die exzessive Gewalt von Thielemans blauen Schlägern beweist, dass hier nationale belgische Probleme ausgetragen wurden, mit denen die internationalen Besucher nichts zu tun haben.
Politically Incorrect: „Neue Wege nach Brüssel“

Bemerkung: Mehr Doppelmoral geht nicht? Abwarten. PI hat es bisher immer geschafft, sich selbst zu übertreffen.

Islamexperten unter sich

14. April 2008

Hitlers Vermächtnis. Der islamische Antisemitismus im Nahen Osten

[…] El-Husseini war der erste, der den Antisemitismus christlicher Prägung in die Sprache der Muslime übersetzte und damit einen „islamischen Antisemitismus“ schuf.

Matthias Küntzel, Islamexperte, Hitlers Vermächtnis. Der islamische Antisemitismus im Nahen Osten

Bereits nach der Lektüre der fünfeinhalb Seiten müßte einigen ihr Weltbild ins Wanken geraten, daß Antisemitismus, Judenhaß und Judenfeindschaft, von den Nationalsozialisten in die islamischen Staaten exportiert worden seien. Dem ist nicht so. […] er führt den Beweis, daß der Antisemitismus, der heute in den islamischen Staaten und unter den muslimischen Immigranten herrscht, kein Erbe des Nationalsozialismus ist.

Gudrun Eussner über Hans-Peter Raddatz, Islamexperte, Hans-Peter Raddatz: Allah und die Juden

In der arabisch-islamischen Welt hätte es schon immer antijüdische Vorurteile gegeben. So enthalte der Koran zwar zahlreiche Stellen, die Toleranz gegenüber Andersgläubigen gebieten, aber auch solche, denen zufolge der heilige Krieg die Pflicht jedes gläubigen Moslems ist. Demnach seien Juden und Christen zu töten, bis der Islam als einzige Religion übrig bleibe (Sure 8,39). In der zweiten Sure des Koran, al-Baqarah (Die Kuh) überschrieben, heißt es, die Juden (die Söhne von Affen und Schweinen) seien zu töten, wo immer man ihrer habhaft werde.

Henryk M. Broder zitiert Julius H. Schoeps in einem Artikel über Walter Laqueur, alles Islamexperten, Die alternativen Antisemiten / „Die Söhne von Affen und Schweinen“

Die judenfeindlichen Verse aus dem Koran und dem Hadith waren seit Beginn des 19. Jahrhunderts in Vergessenheit geraten.

Matthias Küntzel, Islamexperte, Hitlers Vermächtnis. Der islamische Antisemitismus im Nahen Osten

Tibet-Experten unter sich

3. April 2008

Lhasa liegt nicht in Gaza und deswegen redet kein normaler Mensch, kein bekloppter Rentner und kein hysterischer Friedensaktivist von einem “Holocaust in Tibet”.

Henryk M. Broder, Achse des Guten, Lhasa liegt nicht in Gaza…

Und trotzdem wird das Märchen eines Holocaust in Tibet von Generation zu Generation weitergestrickt.

„Edward E. Nigma“, Bad Blog, Tibets Holocaust. Ein Märchen für Deutsche.

Experten-Tipp #1: einfach irgendwas beliebiges behaupten, was der eigenen Ideologie am nächsten steht. Merkt eh keiner.

I try to awaken the world to the holocaust of Cambodia

Dith Pran, zitiert von Dr. Benny Peiser, Achse des Guten, Roter Völkermord: „Killing Fields“ Fotojournalist Dith Pran gestorben

Experten-Tipp #2: Wenns nur um die Verbrechen der Kommunisten geht, dann ist auch Holocaustrelativierung gut genug.