Archive for the ‘dumm wie broder’ Category

Vorstellungsverständnis

3. März 2008

Broder wundert sich, warum zu einer Buchvorstellung der deutsche Außenminister Steinmeier eingeladen wird:

Gehören Romane über den Konflikt im Nahen Osten inzwischen zu seinem Zuständigkeitsbereich? Muss ein Buch, das im Ausland spielt, den Segen des Außenministers haben, bevor es in den Handel kommt?

Dabei hätte er nur den von ihm verlinkten Text vollständig lesen müssen um zu erfahren, daß der Außenminister zur im Rahmen der Buchrepräsentation stattfindenden Diskussionsveranstaltung eingeladen ist. Und das durchaus passend zum Thema:

Im Rahmen der Buchvorstellung findet eine Podiumsdiskussion zum Thema “60 Jahre nach der Staatsgründung Israels – Hoffnung für den Nahen Osten“ statt. Im ARD-Hauptstadtstudio begrüßt Moderator Jan Hofer, der Chefsprecher der Tagesschau, unter anderem den Bundesminister des Auswärtigen und Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier, Mustafa Isaid, Chefredakteur der Arabischen Redaktion der Deutschen Welle, Ilan Mor, Gesandter der Botschaft des Staates Israel sowie Prof. Dr. Julius H. Schoeps, Leiter des Moses Mendelssohn Zentrum in Potsdam.

Broders gesamte Pointe beruht darauf, daß er den Text nicht verstanden hat? WTF? Vielleicht sollte man die These erweitern: Broder ist senil oder er hat es nicht so mit Textverständnis.

Faktenbrechen

19. Februar 2008

Das war eigentlich die interessanteste Frage: wie reagiert Broder, wenn man ihn direkt nach seinem gestörten Verhältnis zu Fakten befragt. Nimmt er seine Lügen als solche wahr? Hält er die Wahrheit nur für einen vernachlässigbaren Faktor bei seiner Mission? Oder glaubt er an seine Geschichten?

Die Frage kann nun als beantwortet gelten. Broder antwortet folgendermaßen auf einen Artikel von Stefan Niggemeier:

Die Polizisten der Stadt Zürich wurden nicht, wie von mir behauptet, zum Fasten sondern zu „einem gemeinsamen Fastenbrechen mit Muslimen“ aufgefordert, was sogar dort, wo Niggemeier seine Schweinehaxe bestellt, nur funktionieren kann, wenn vor dem Brechen gefastet wurde.

Broders altersdebiles Gehirn ist also einfach nicht mehr in der Lage, eine Sache und ihr genaues Gegenteil auseinanderzuhalten. „Essen“ ist für ihn also gleich „Fasten“, weil … irgendwas mit Yin und Yang und dem kosmischem Ausgleich vielleicht? Nein, das ist broderscher Unfug. Natürlich muss keiner fasten, nur weil er von Muslimen zu Dialog und Abendessen eingeladen wird. Gar kein Zweifel.

Die Eingangsfrage kann also nun folgendermaßen beantwortet werden: Broder ist schlicht senil. Er liest irgendwo etwas oberflächlich und versteht es falsch bzw. schnappt die Fehlinformationen in den einschlägigen rechten Hetzblogs auf. Und dann hindert ihn eine unglückselige Quadriga aus Selbstüberschätzung, Alterstarrsinn, Rechthaberei und Realitätsverweigerung einfach nur daran, wieder davon abzurücken. Und mit der Zeit wird so die Differenz zwischen Real- und Phantasiewelt in seinem Kopf immer größer.

Broder ist das eine, aber wie erklärt sich dieser geistige Tiefflug nun Broders offiziellem Fanklub? Man stellt dort ab auf den „Unterschied zwischen publizistischer und journalistischer Arbeit“ (Jörg Friedrich). Aus irgendeinem geheimnisvollen Grund reiche es für die publizistische Tätigkeit aus, eine Meinung zu haben und durchsetzen zu wollen. Wahrhaftigkeit könne man nur von journalistischer Tätigkeit erwarten.

Überhaupt nicht erklären kann Jörg Friedrich die berechtigte Frage, wieso er Broder gerne zugesteht, zu radikalisieren, um zwei Absätze später vor den Gefahren der Radikalisierung zu warnen. Und wieso er Broder die Polemik und Beleidigungen zugesteht, die er Niggemeier übelnimmt – obwohl letztere eher nur eine Anspielung auf erstere sein dürften. Desweiteren stören nicht die demagogischen Verdrehungen von Broder, sondern diejenigen, die darauf aufmerksam machen. Weil: da müsse doch auch mal gesagt werden, „warum ich das tue“ (Jörg Friedrich). Oder: schlimmer sei es, sich nicht „durch eine eigene Meinung angreifbar zu machen“ (Bernd). Die Hauptsache scheint, das „richtige“ Anliegen zu haben.

Wer im Broder Fanclub sitzt, muß also offenbar die absurdesten Verrenkungen unternehmen und ein gehöriges Maß an Doppelmoral aufbringen, um sein Weltbild vom provokanten Tucholsky-Nachfolger zu retten. Nun, es ist ja nichts neues, wie „geistig flexibel“ Menschen sein können, um ihr angeschlagenes Weltbild zu retten.