Archive for the ‘copy’n’paste broder’ Category

Migrantenneid

20. März 2008

Während man selbst bei Lysis rätselt, was Broder mit der Auswahl eines Zitates aus einem Artikel des Tagesspiegels nun eigentlich sagen möchte, übt sich Jochen Hoff auf Duckhome als Broderversteher. Der Migrantenneid treibe Broder um:

Nie angekommen in diesem ungeliebten Land. Migrant wider Willen. Das ist ein hartes Los. Vor allem im Alter. Er sieht die zweite Generation von Muslimen, die nicht mehr zurück in ihre Heimat wollen, wohlmöglich ihr Haus dort schon verkauft haben und sich als Deutsche fühlen.

Das ist nicht nur Neid, das ist tiefe Trauer.

Zwar schlägt Hoff den Text irrtümlich Broder zu, dennoch liegt er mit seiner Analyse richtig. Schließlich ist aufschlußreich, welchen Teil des Textes Broder auswählt. Und dieser ist sorgfältig auf den Überfremdungsangst-kompatiblen Teil von Broders unautorisiertem Fanklub und den bräunlichen Tönen auf der Achse selbst zurechtgestutzt. Keinen Platz im Zitat hat der Teil des Artikels, der diesem entgegenstehende Ideen ausdrückt:

Wenn also im Finale von „DSDS“ 90 Prozent Migranten antreten, bedeutet dies dann, dass sie leistungswilliger und ehrgeiziger sind als ihre deutschen Altersgenossen? Bereits der letztjährige Gewinner, Mark Medlock, ist Sohn eines Afroamerikaners.

Im übrigen werden auf der Achse des Guten Zitate praktisch nicht kenntlich gemacht, schon gar nicht im Schriftbild. Daher ist oft schwer zuordenbar, woher die Texte stammen. Mit gutem Grund – wenn der Eigenanteil unter den ganzen Zitaten nicht mehr auszumachen ist, sähe das doch etwas peinlich aus.

Advertisements

Zusammengebrodert (1)

28. Februar 2008

Ein Artikel in „Das Magazin“ zeigt die Problematik von Broders Angewohnheit auf, sich seine Artikel aus schon oft zuvor verwendeten Material zusammenzuklicken. Richtiges liegt dicht neben Falschem und zwischen Anfang und Ende herrscht äußerste Inkonsistenz.

So hebt Broder am Anfang die hiesige Religionsfreiheit hervor und spuckt in dieser Hinsicht den Hardcore-Islamophoben in die Suppe:

Man kann Menschen […] nicht die Ausübung ihrer Religion verbieten. […] Für den Bau von Moscheen ist, in der Schweiz wie in Deutschland, die jeweilige Bauordnung zuständig.

Vergessen ist dieses bedingungslose Bekenntnis zur Religionsfreiheit dann aber am Schluß. Dort plädiert er dafür, die Religionsfreiheit unter bestimmte Bedingungen zu stellen bzw. zumindestens darüber zu diskutieren:

Jetzt warten wir ab, bis in Mekka eine Kirche gebaut wird, die man schon von Weitem sehen kann. Und dann erklären wir die Diskussion um Moscheen und Minarette in Europa für beendet und lassen die Bagger anrollen. Das ist die schöne Wunschvorstellung.

Doch was soll Europa tun, wenn die Saudis weiterhin keine christlichen Kirchen in Mekka zulassen? Die Moscheen und Minarette bei uns abreissen? Weitermachen wie bisher? Europa drückt sich um jede Entscheidung, und deshalb führen uns die Muslime langfristig an der Nase herum.

Nun ist es ja nicht so ungewöhnlich, daß sich Menschen auch mal widersprüchlich äußern. Aber innerhalb eines Artikels? Ich vermute, die Erklärung liegt in der Copy&Paste-Erstellung von Artikeln in Verbindung damit, daß Broder sein Fähnlein oft bei verschiedenen Gelegenheiten gegen den Wind hängt – und die klare Linie somit zum Beliebigkeits-Schlingerkurs mutiert.

Das mag innenpolitisch gelten. Außenpolitisch hat er allerdings eine klare Agenda. Und so zieht er also eine Parallele zwischen der Behandlung von Despoten der islamischen Welt und der Behandlung islamischer Religionsfreiheit vor Ort.

Und so treiben alle europäischen Regierungen im Interesse ihrer Handelsbilanzen eine ausgeprägte Appeasement-Politik mit Banditen und Despoten, derweil die Bürger Petitionen gegen den Bau von Moscheen bzw. Minaretten verfassen.

Das ist natürlich völliger Quatsch, weil es zwischen diesen beiden Dingen keinen Zusammenhang gibt und auch keinen geben sollte. Ob Broder eigentlich Rabatt auf seine Artikel gibt, wenn er für den Iran-Krieg trommeln darf?

Der Bürger in Berlin und Bern macht sich natürlich Sorgen um die Ruhe und den Frieden in seiner Nachbarschaft. […] Andererseits ist es ihm völlig egal, wessen Ruhe und wessen Frieden durch die Politik des iranischen Präsidenten bedroht wird.

ps: Übrigens hat auch „Das Magazin“ zwischenzeitlich erkannt, daß es sich mit Broders inkonsistenten Artikel ein Problem an Land gezogen hat:

Das Magazin hat ein Problem

(Tatsächlicher Screenshot, keine Bildbearbeitung)