Archive for the ‘antisemiten’ Category

Judenfeindliche Israelsolidarität

11. Februar 2009

Die Gegenstimme ist gar nicht tot. Sie lebt aber auch nicht. Irgendwo dazwischen führt sie nun eine Zombie-Existenz, untot gehalten von unglaublich schlechten Ersatzschreibern. Im Grunde gibt es keinen Grund, dort vorbei zu schauen. Wer allerdings Zweifel daran hegt, mit welch hasserfüllten Fanatikern sich Antideutsche auf sog. Israel-Solidaritätsdemonstrationen zusammenfinden, der kann hier fündig werden:

An Jesus Christus wirst Du, Israel, nicht vorbei kommen! Niemand kann Dir helfen, als Er allein. Solange Du Ihn, den Jeshua Mashiach, ablehnst, machst Du Dir das Leben unnötig schwer!

So sind sie, unsere Freunde von der Judenmission. Existenzrecht für Juden, ja, aber nur unter der Bedingung, dass es keine Juden sind.  Es ist ein altes Ziel, was sie nicht aufgeben möchten. Der württembergische Landesrabbiner Joel Berger formulierte es so:

„Die Judenmission ist für mich Fortsetzung des Holocaust mit anderen Mitteln.“

Nun macht es die Antideutschen natürlich noch nicht automatisch zu Verfechtern der Juden-Ausrottung, wenn sie Seite an Seite mit solchen Gestalten mit ihrer perversen Art der Israelsolidarität demonstrieren. Aber die Tatsache, sich in einem Bett mit diesen Antisemiten wiederzufinden, sollte ihnen eigentlich zu denken geben. Eigentlich. Aber denken war ja noch nie die Stärke von Fähnchenschwenkern.

Update: Dankenswerterweise stellt NUB Platz für eine ausführliche Diskussion bereit, ob es sich bei der Gegenstimme tatsächlich um Antisemiten oder lediglich um religiöse Eiferer handelt (Kommentarbereich beachten). Dort begründe ich auch nochmal in verständlicherer Form meine Einschätzung. Die dafür genutzten Argumentationsmuster werden in dieser Form häufig von sog. israelsolidarischen Blogs verwendet und entziehen sich damit bequemerweise jeder Kriktik:

Es geht doch darum, dass die Erklärung der Selbstmordanschläge durch das Verhalten der Juden sowohl ein antisemitischen Klischee ist (die Juden sind selbst Schuld am Antisemitismus), als auch als Rechtfertigung der Anschläge gewertet wird. Jedenfalls, wenn es sich um einen deutscher Israelkritiker handelt, der die Besatzung als Ursache für die Anschläge ausmacht. Genau das gleiche wie für deutsche Israelkritiker muss aber auch für die Gegenstimme gelten, wenn sie die Nichtkonvertierung der Juden als Ursache für die Anschläge ausmacht. Da muss einfach identisches Verhalten identisch beurteilt werden.

Antisemit Israel

8. November 2008

In Zeiten, in denen es immer mehr Antisemitismus gibt – vom Neoliberalismuskritiker bis zum ungenügend patriotischen Juden – ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch der kollektive Jude Israel als Antisemit überführt wird. Die Gelegenheit dazu ist gerade günstig, denn jüngst deutete das israelische Außenministerium vielsagend an, Israel verfüge über ein Netz in Amerika, mit dessen Hilfe es die Nahost-Politik der demokratisch gewählten amerikanischen Regierung beeinflussen könne:

The document also noted that Israel has a „safety net“ in the form of Congress and certain friendly executive agencies, which will help to balance any problematic presidential tilt.

Brodaganda verwahrt sich selbstverständlich in aller Deutlichkeit gegen dieses antisemitische Stereotyp und hofft darauf, dass es antideutschen Deutschen gelingen möge, Israel seinen Selbsthass auszutreiben.

Nichts hat sich geändert

4. Juli 2008

Antisemitismus ist immer wieder ekelhaft. Und es ist erschreckend, wie offen und ungeniert viele Menschen mit ihren antisemitischen Denkmustern hausieren gehen. Nehmen wir zum Beispiel das Blog „Spirit of Entebbe“. Evelyn Hecht-Galinski wird dort zitiert, wie sie von sich in Ihrer Eigenschaft als deutsche Jüdin spricht. Dazu fällt Beitragsautor Claudio Casula ein:

Als Deutsche jetzt oder als Jüdin? Ist bei der „Tochter“ nicht ganz klar.

Da muß sich Frau Hecht-Galinski ja wohl entscheiden: als Deutsche oder als Jüdin? Beides zugleich geht für Claudio schonmal gar nicht. Juden bekommen von ihm keinen Ariernachweis ausgestellt. Unglaublich. Eigentlich dachte ich, die Zeiten seien vorbei. Aber wohl nicht im Kopf von Claudio.

Wären alle Juden wie Evelyn Hecht-Galinski, hätte auch der Antisemitismus seine Berechtigung.

Hach ja, wie witzig. Natürlich ist wieder der Jude Schuld am Antisemitismus, wenn er mal nicht so springt, wie Claudio es will. Als nächstes verschuldet bestimmt Friedman im Alleingang den Antisemitismus. Dazu bleibt nicht mehr zu sagen als:

Die bekackten Deutschen. Nichts hat sich geändert. Bekackte Nazis!