Judenfeindliche Israelsolidarität

Die Gegenstimme ist gar nicht tot. Sie lebt aber auch nicht. Irgendwo dazwischen führt sie nun eine Zombie-Existenz, untot gehalten von unglaublich schlechten Ersatzschreibern. Im Grunde gibt es keinen Grund, dort vorbei zu schauen. Wer allerdings Zweifel daran hegt, mit welch hasserfüllten Fanatikern sich Antideutsche auf sog. Israel-Solidaritätsdemonstrationen zusammenfinden, der kann hier fündig werden:

An Jesus Christus wirst Du, Israel, nicht vorbei kommen! Niemand kann Dir helfen, als Er allein. Solange Du Ihn, den Jeshua Mashiach, ablehnst, machst Du Dir das Leben unnötig schwer!

So sind sie, unsere Freunde von der Judenmission. Existenzrecht für Juden, ja, aber nur unter der Bedingung, dass es keine Juden sind.  Es ist ein altes Ziel, was sie nicht aufgeben möchten. Der württembergische Landesrabbiner Joel Berger formulierte es so:

„Die Judenmission ist für mich Fortsetzung des Holocaust mit anderen Mitteln.“

Nun macht es die Antideutschen natürlich noch nicht automatisch zu Verfechtern der Juden-Ausrottung, wenn sie Seite an Seite mit solchen Gestalten mit ihrer perversen Art der Israelsolidarität demonstrieren. Aber die Tatsache, sich in einem Bett mit diesen Antisemiten wiederzufinden, sollte ihnen eigentlich zu denken geben. Eigentlich. Aber denken war ja noch nie die Stärke von Fähnchenschwenkern.

Update: Dankenswerterweise stellt NUB Platz für eine ausführliche Diskussion bereit, ob es sich bei der Gegenstimme tatsächlich um Antisemiten oder lediglich um religiöse Eiferer handelt (Kommentarbereich beachten). Dort begründe ich auch nochmal in verständlicherer Form meine Einschätzung. Die dafür genutzten Argumentationsmuster werden in dieser Form häufig von sog. israelsolidarischen Blogs verwendet und entziehen sich damit bequemerweise jeder Kriktik:

Es geht doch darum, dass die Erklärung der Selbstmordanschläge durch das Verhalten der Juden sowohl ein antisemitischen Klischee ist (die Juden sind selbst Schuld am Antisemitismus), als auch als Rechtfertigung der Anschläge gewertet wird. Jedenfalls, wenn es sich um einen deutscher Israelkritiker handelt, der die Besatzung als Ursache für die Anschläge ausmacht. Genau das gleiche wie für deutsche Israelkritiker muss aber auch für die Gegenstimme gelten, wenn sie die Nichtkonvertierung der Juden als Ursache für die Anschläge ausmacht. Da muss einfach identisches Verhalten identisch beurteilt werden.

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9 Antworten to “Judenfeindliche Israelsolidarität”

  1. leif eriksson Says:

    Was gibst Du Dich denn mit solchen Spinnern ab?

  2. Brodaganda Says:

    Weil sie da sind. Und weil es mein Job ist.

    Außerdem geht es ja gar nicht so sehr um die Gegenstimme, sondern um folgendes: Wenn Antideutschen die Argumente ausgehen, dann verweisen sie gern darauf, dass irgendeine Position ihrer Gegner von Neonazis geteilt wird oder ein Neonazi auf irgendeiner (Groß-) Veranstaltung war. Ich habe genau das kommentiert, in dem ich aufzeige, mit welcher Klientel sich die Antideutschen ins Bett legen. Da gibt es allerdings einen Unterschied: mir ist nicht bekannt, das sich Neonazis öffentlich derart unverhohlen die Ausrottung des Judentums wünschen..

  3. Selektive Sensibilität im Umgang mit Antisemitismus « Neues Und Bekanntes Says:

    […] Seite, die dem Namen nach Broder kritisch gegenüber steht, tut aber genau das: Brodaganda. Bei der Israelsolidarität konservativer Kreise will Brodaganda einen Antisemitismus entdeckt haben. Könnte ja sein. So wie […]

  4. Gegen-Gegenstimme Says:

    Kann es sein, dass Du voll ins Braune Schwarze getroffen hast? Die Replik vom „Jürgen“ spricht jedenfalls Bände :-)

  5. Freier Denker Says:

    Judenmission.

    Das ist eben das typische Kennzeichen der Sekten, ihr Missionsauftrag. Sie müssen missionieren, selbst wenn es niemanden mehr zu bekehren gibt. Es gibt Sekten zu denen auch die Zeugen Jehovas gehören, die Juden missionieren wollen. Nicht gerade erfolgreich, entweder geraten sie an gläubige Juden oder an säkulare und bei beiden ist nix zu holen.
    Zudem brechen sie ein ungeschriebenes Gesetz, das etwa so lautet. Anhänger der Buchreligionen sollen sich nicht gegenseitig die Schäfchen wegschnappen. Soll heißen, wir missionieren nicht bei den Orthodoxen, und ihr nicht bei den Katholiken. Die Sekten halten sich eben nicht an Übereinkünfte, sie stehen unter Missionierungsdruck.

  6. Brodaganda Says:

    Danke für diese interessante Ergänzung!

  7. tom Says:

    Ist die Gegenstimme nun verstummt? Beim Aufruf der Seite kommt nun folgendes:

    This account has been suspended

    Just for Info. Gruß

    tom

  8. Brodaganda Says:

    Vielleicht hat der Allmächtige höchstpersönlich Einspruch erhoben… ?

  9. hartmut Says:

    http://kritik-und-kunst.blog.de/2009/03/18/bitte-mehrheit-unserer-bevoelkerung-5784631/

    wichtig! Bitte weiterleiten. gerade an die, die es bis dato nicht so betroffen hat!

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