Opfer sein für Anfänger

Der letzte Beitrag „Hasserfüllte Fanatiker“ hat tatsächlich dazu geführt, dass sich ein solcher angesprochen fühlte (via Wendy). Und wie immer, wenn dieses Klientel sich in Rage redet, ist das entlarvend genug:

Wenn dann der deutsche Mob eben diese verhaut, die antisemitische Demonstrationen als Anlass zum Protest nehmen […] dann freust du dich und schreibst es ihnen selbst zu, so haben sie ja provoziert. Die Deutschen wussten schon immer genau, dass die Juden selbst Schuld am Antisemitismus sind, so wie du genau weißt wer für die Gewalt gegen Antideutsche und Israelsolidarische ist: Genau, sie selbst!

Da haben wir es also: mit den Antideutschen ist es ja im Prinzip so wie mit den Juden. Egal ob Opa bei SS, Wehrmacht oder Topf&Söhne war, das braucht den Antideutschen nicht mehr zu kümmern, denn jetzt ist er ja Jude. So wie Kampfhundbesitzer und Manager auch. In trauter Eintracht werden die Nachkommen der Täter nun Opfer, „genau wie die Juden“. Noch schöner wird es nur, wenn man dazu noch die historische Schuld großzügig bei anderen entsorgen kann. Man braucht selbst kein Täternachfahre mehr sein, wenn man das auch einfach den Museln zuschreiben kann, diesen Nazis. Vergangenheit abstreifen leicht gemacht. Hier liegt wohl der Schlüssel zum Verständnis der antideutschen Bewegung.

Wer noch zweifelt, wie diejenigen ticken, die sich so gern über die ihnen vom antisemitischen Mob drohende Gewalt  beschweren, der sollte sich den folgenden Kommentar in einem Blog durchlesen. So klingt es dann, wenn sich unsere tapferen Israelfahnen-Schwinger nicht gerade zum Opfer stilisieren:

# agent orange sprach am 5. Januar 2009 um 13:46h

hey [Name entfernt…], du alter antisemit. wir werden dich mal zeitnah in der ilsestr. besuchen. daher raten wir dir: spring lieber von der brücke bei dir um die ecke. am ende wird es so oder so nach selbstmord eines geisteskranken aussehen. also spring, [Name entfernt…], spring. so ersparst du dir jede menge leid und wir brauchen uns dein gewinsel um gnade nicht mehr anhören.

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2 Antworten to “Opfer sein für Anfänger”

  1. weizen kraft Says:

    Wer sich traut solche Deppen (Gartenschlauch) zu kritisieren und obendrauf eine Morddrohung heranzuziehen, die nicht mehr ist als eine Morddrohung, braucht auch keine Kritik an der antideutschen Kritik zu formulieren. Das wäre Zeitverschwendung.

  2. Brodaganda Says:

    Wenn ich das richtig verstehe, dann ist Deine Kritik der fehlende Tiefgang. Nun, das kann ich nachvollziehen. Ist ja auch immer eine Frage der Zeit, die man reinsteckt.

    Allerdings denke ich, dass sich trotzdem, so banal diese Fälle auch aussehen, etwas daran ablesen lässt. Es ist die Schizophrenie der Antideutschen, schwankend zwischen Täter- und Opfer-Selbststilisierung. In dem Punkt hast Du recht – die hier aufgezeigten Fälle sind sehr deutlich, eben weil es sich um „Deppen“ handelt. Aber sonst ist dieses Phänomen auch immer vorhanden, nur in subtilerem Maß. Für die Opferstilisierung findet man schnell Beispiele und dass es die Seite als Täter-Mob gibt, wird auch klar, wenn man überlegt, ob ein Palifahnen-Träger aus einer Antideutschen Demonstration her mit Übergriffen rechnen müsste.

    Aber es ist richtig – um das deutlich zu machen, sollte ich mich auch um weniger deppenhafte Beispiele bemühen.

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