The Spirit of Stupidity

Eine unabdingbare Voraussetzung dafür, um eine gewisse Ideologie zu vertreten, ist offenbar nicht allzu helle zu sein. Was an IQ fehlt kann ja immer noch mit einem Überschuss an Ego wettgemacht werden. Nehmen wir z.B. den Blogger Telegehirn. Da raunt er ganz entsetzt, man dürfe doch in Bezug auf die „Achse des Guten“ nicht den Begriff „Netzwerk“ in den Mund nehmen:

Mich erinnern hier die einige Kommentare arg an Verschwörungstheorien. Aber Sie tragen ihren Teil dazu bei, wenn Sie von einem Netzwerk schreiben. Netzwerk müssten Sie, so finde ich, erst einmal definieren, denn Netzwerk hört sich so nach Verschwörung an, nach geheimen Absprachen. Da bekomme ich eben ein ungutes Gefühl.

Dabei hat das Telegehirn allerdings den simplen Fakt übersehen, dass es sich bei „Netzwerk“ schlicht um eine Eigenbezeichnung der Achse handelt. Eine klare Fehlleistung, die auch unter Berücksichtigung des Broder-Galinski-Urteils das Wort Depp durchaus sachlich begründet. Für unsere kleine Drama Queen aber immerhin ein guter Anlass ob dieses argumentativ blauen Auges giftig zu werden und abzurauschen:

Wenn Sie der Meinung sind, hier mit Beleidigungen reagieren müssen, Herr Niggemeier, dann lasse ich Sie mit ihren neuen Freunden aus der antizionistischen/antisemitischen Ecke mal alleine. Sie verstehen sich ja alle ganz blendend.

Telegehirn – ein sehr deutsches Opfer der antisemitischen Niggemeierverschwörung! Köstlich! Offenbar schwante ihm aber schon vorher, dass er argumentativ nichts reissen kann und ersetzte Argument kurzerhand mit Lüge:

@ Arendt: […] die Objekte ihrer Bewunderung (Hamas-Faschisten) […]

Auch fehlendes Textverständnis ist offenbar Teil der Voraussetzungen zur Aufnahme in den Klub. Das beweisen das Blog „Spirit of Entebbe“ und Blogger Claudio Casula mit dem Versuch der Kommentierung eines Textes von Michael Lüders. Betonung liegt auf Versuch, denn da geht natürlich schief, was nur schief gehen kann. Der ganze Beitrag ist ein erschütterndes Trauerspiel der Dummheit. Aber um den Leser nicht zu langweilen hier nur zwei Stellen als Beispiel:

Sieben Jahre nach 9/11 erklärt Michael Lüders im Leitartikel der Frankfurter Rundschau („Der falsche Krieg“), warum der Westen selbst schuld an islamistischem Terror ist.

„In der islamischen Welt ist ein Großteil der Bevölkerung davon überzeugt, El Kaida habe die Anschläge vom 11. September 2001 mit Hilfe der US-Regierung und Israels begangen. Absurd, gewiss. Und doch zeigt diese Wahrnehmung, dass der Westen den Kampf um die Köpfe und Herzen der Muslime längst verloren hat.“

Das ist natürlich Quatsch. Lüders macht hier eine rein sachliche Feststellung, die aussagt, ob seiner Meinung nach das erklärte Ziel der Vereinigten Staaten erreicht ist. Er lässt keine moralische Wertung einfließen. Von „Schuld“ ist nirgends die Rede. Anderes Beispiel:

„Das heißt konkret: Nicht länger unfähige und verbrecherische Regierungen, ob in Kairo oder in Islamabad, mit Geld zuschütten, damit sie – hoffentlich – eine prowestliche Politik betreiben.“

Interessant, dass Lüders zum Stichwort „unfähige und verbrecherische Regierungen“ in Nah- und Mittelost ausgerechnet Kairo und Islamabad einfallen – und nicht Beirut, Damaskus, Gaza/Ramallah und Teheran, wo die Unterstützer des islamistischen Terrors sitzen. Was deutlich zeigt, auf wessen Seite Lüders’ Sympathien liegen.

Wieder Unsinn. Lüders fallen diese Länder nicht lediglich zum Stichwort „unfähige und verbrecherische Regierungen“, sondern zum Stichwort „unfähige und verbrecherische Regierungen, die vom Westen mit Geld zugeschüttet werden“ ein. Dazu gehören seiner Meinung nach eben nicht z.B. Iran und Syrien. Diese Einschätzung mag man zutreffend finden oder auch nicht – aber es ist falsch, dass das „Lüders’ Sympathien“ aufzeigen würde, wie von Casula behauptet.

Das ist also der erschütternde Zustand, in dem sich unsere „prowestlichen Blogger“ befinden. Keine Ahnung haben, lügen, sich weinerlich als Opfer stilisieren und über ein Textverständnis verfügen, für das es noch nicht mal in NRW einen beliebigen Schulabschluss gäbe. Das trifft die zivilisierte Welt um so härter, als Pro Köln am Wochenende schon überrannt wurde. Es steht also gar nicht gut um den Volkssturm gegen die Machtübernahme des Islamofaschismus nächste Woche. Vielleicht wäre ja Kapitulation eine Lösung.

(Sinnloser Kommentarstreit fremder Leute gelöscht.)

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