Good news are no news (2)

In Sachen Abschaffung der Steinigung im Iran hat Broder nun reagiert. Allerdings bezieht er sich nicht auf die Nachricht an sich, sondern nur auf die tatsächlich arg beschönigende Überschrift „Ein Gottesstaat kommt zur Vernunft“ eines Kommentars in der taz und zeigt damit demonstratives Desinteresse an der konkreten Entwicklung, an Fort- und Rückschritten der Menschenrechte im Iran. Es scheint, daß für Broder der Fall lediglich insofern ärgerlich ist, daß ihm damit ein Werkzeug der Agitation gegen den Iran abhanden zu kommen droht.

Wie folgende kleine Auswahl an Zitaten zeigt, wird auf der Achse die Barbarei von Steinigung und Handabhacken im Iran und anderswo gern als Anklagepunkt gegen Iran und Islam ins Feld geführt. Gibt es aber konkrete Fortschritte in diesem Punkt, dann ist das Thema plötzlich nicht mehr interessant. Nicht die Menschrechtslage ansich ist für die Achse also von Interesse, sondern diese eben nur insoweit, wie sie sich als Propaganda benutzen läßt.

„Islam ist Frieden“ (& much more) – Iran: Steinigung als Staatsgesetz (Henryk M. Broder)

Nicht einmal über die Steinigung von Frauen darf geredet werden (Henryk M. Broder)

Der Westen aber schweigt. Nicht nur bei Steinigungen. (Wolfram Weimer)

Das islamische Recht, das Biertrinker mit Auspeitschung, Diebe mit Handabhacken, Ehebrecherinnen mit Steinigung bestraft, entfaltete zumindest in Khartoum sein drakonisches, aber wirksames Regime und blieb auch nach Numeiris Sturz 1985 in Kraft. (Eugen Sorg)

zum Beispiel weiß ich durch die Scharia, dass es gegen islamisches Recht verstößt, bei der beliebten Steinigung den zu Steinigenden gleich mit dem ersten Stein ins Jenseits zu befördern (Wolfgang Röhl)

Was aber würde passieren, wenn eine Menschenrechtsgruppe solche drastischen Plakate zum Thema Mädchenverstümmelung im Sudan oder Steinigungen im Iran geklebt hätte? (Michael Miersch)

Ein Scharia-Gericht hat in Nigeria sechs Todesstrafen durch Steinigung verhängt. 46 Menschen wurden außerdem zu Amputationen verurteilt. (Wir weisen auf diese Geschichte unter Vorbehalt hin – es könnte sich auch im islamophobe Propaganda handeln. Näheres demnächst im BILDblog.) (Henryk M. Broder)

Noch lustiger wäre es nur, wenn die Künstler eine kleine Steinigung nachspielen (Henryk M. Broder)

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