Feuer und Flamme für die Netzklempnerin

Die Palituchträger sind an allem schuld, befindet die Netzklempnerin und emfiehlt augenzwinkernd ein kleines Fußgängerzonen-Pogrom:

Heute ist wieder einer dieser Tage, da könnte ich jedem, der mit einem Palituch durch die Gegend schlappt, selbiges sonstwohin stopfen

Wie kann man auch seine Wut besser abreagieren als durch Gewalt an einer willkürlich anhand äußerlicher Merkmale ausgewählten Bevölkerungsgruppe? Dafür ist und vor allem reicht Brodaganda natürlich gern Feuer und Flamme. Was fehlt noch? Achja, unbelegbare Behauptungen über Die Anderen. Kommen immer gut:

Frei nach dem Motto, der Feind meines Feindes ist zwar mein Freund, aber ich halte ihn trotzdem für einen schmutzigen Kameltreiber und interessiere mich einen feuchten Dreck für ihn.

Nun, die Wirklichkeit mag nicht so scheinen und ganz konkret können wir jetzt auch keinen Palituchträger vorweisen, der irgendwelche Palis für irgendwie irgendsowas wie „schmutzige Kameltreiber“ hält… Aber unter der für jedermann offensichtlichen Oberfläche steckt eben immer eine geheime Realität, die nur wenige Eingeweihte sehen können. Und was sind schon Fakten im Angesicht der überwältigenden Kraft der Imagination?

Um Imagination dreht es sich auch in Pallywood:

Ja eben, was hat der da gemacht? Kritisch über die Hamas berichtet? Gar den Nachschub von Propagandaschmonzetten aus Pallywood gefährdet?

Pallywood nennt man von Palästinensern manipulierte Berichterstattung, insbesondere inszenierte Videos, die immer wieder die Weltöffentlichkeit verhetzen. Wie man weiß, sind alle von Palästinensern gedrehten Videos raffinierte Fälschungen. Gerade letztens wurde wieder eine weitere Folge dieser „regelmäßigen Märchenstunden“ von den Palästinensern produziert. In anderen Gegenden der Welt mag das Militär fragwürdige Psychologien hervorbringen, aber definitiv nicht in Israel. Israelische Soldaten würden niemals aus nächster Nähe mit Gummigeschossen auf einen gefesselten Gefangenen schießen:

Obwohl.. die Soldaten sehen schon ganz schön echt aus. Aber – die Palästinenser haben ja die Macht und das Geld, die Medien zu manipulieren und sowas zu fälschen. Weiß man ja. Netzklempnerin und Brodaganda empfehlen daher eine einfache Faustregel im Umgang mit diesen Propagandaschmonzetten: nicht glauben. Alles, was die Araber sagen, ist gelogen. Weiß man ja.

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5 Antworten to “Feuer und Flamme für die Netzklempnerin”

  1. netzklempnerin Says:

    Gefällt mir vom Stil her, inhaltlich natürlich nicht, ist doch klar ;)

    Also, naja, nachdem ich die Attacke auf die Pali-Träger angedroht hab, habe ich „im Ernst“ dahintergesetzt, woraus hervorging, dass das jetzt nicht ganz ernst gemeint war.

    Was mich so empört hat (davon erfahren wir in Deinem Beitrag leider nichts) sind die Kommentare zu der Folter des palästinensichen Journalisten durch die Hamas.

    Weißt Du, wenn man so wie ich schon seit Jahren aktives Mitglied einer großen Menschenrechtsorganisation ist und sich schon aktiv an Kampagnen für die Rechte der Palästinenser engagiert hat, dann regen einen Menschrechtsverletzungen an Palästinensern eben auf.

    Hast Du schon mal Unterschriften gegen die Zerstörung von Häusern durch die israelische Armee gesammelt?

    Ich schon :)

    Ist nicht immer alles schwarz-weiß, besonders im Nahen Osten nicht.

    Grüße und nix für Ungut,
    die Netzklempnerin

  2. Brodaganda Says:

    Das hätte ich nicht erwartet. Du hast.. Unterschriften gesammelt? Aber wäre denen mit ein bißchen Seife und Kamelfutter nicht viel besser geholfen?

    Aber im Ernst zu den Kommentaren.
    Der erste bezieht sich ja nur indirekt auf den Vorfall und direkt auf eine entsprechende Äußerung des ARD-Vorsitzenden Fritz Raff. Ist als Statement auf die Entführung nicht wirklich zu gebrauchen. Der dritte spricht von deutlicher Realitätsverweigerung. Der vierte ist interessant – eine pathologische Form des Skeptizismus (oder Manipulation, die im Sinne ihrer Überzeugung überall wenigstens Zweifel zu streut sucht, wo argumentativ nichts zu holen ist). Aber – da sind die „Palifreunde“ nicht allein. Im Zusammenhang mit dem von mir eingestellten Video wurde genauso die „Argumentation“ laut, der Gefangene müsse da wohl irgendwas getan haben.

    Insgesamt spricht aus diesem Phänomen meiner Meinung nach eine tiefe Verunsicherung durch die enorme Menge von Einseitigkeit, Manipulation, Unklarheit und Polarisierung. Wenn sich Berichterstattung und Fakten derart beliebig darstellen, dann wird es letztendlich wieder lediglich auf eine Frage der Sympathie reduziert, was man glaubt. Kennst Du einen Blog, der versucht eine gebrochene, differenzierte Sicht auf den Nahostkonflikt zu vermitteln? Und dann ist es kein Wunder, wenn es bei dieser Polarisierung so endet.

  3. netzklempnerin Says:

    Tja, zugegeben eien differenzierte Sicht auf den Nahost-Konflikt ist wie die Quadratur des Kreises, zumindestens in Blogs. Ausgewogene Statements findet man nur in der (guten) Fachliteratur, aber auch dort wird man immer einen Ausschlag in die eine oder andere Richtung haben, keine Neutralität.

    Ich fände es schon schön, wenn man hinter den Projektionen, hüben Befreiungskämpfer, drüben imperialistische Soldaten oder hüben Verteidiger westlicher Werte, drüben Terroristen, die Menschen hinter den Meldungen sehen könnte. Da fand ich die Meinungsumfragen die ich verlinkt habe ganz interessant. Nicht alles, was da drin steht ist Friede, Freude, Eierkuchen, aber die Sicht des durchschnittlichen Palästinensers ist weitaus differenzierter als die seiner „Freunde“ in Deutschland und anderswo.

  4. hartmut Says:

    @ netzklempnerin:

    Zitat: „Ich fände es schon schön, wenn man hinter den Projektionen, hüben Befreiungskämpfer, drüben imperialistische Soldaten oder hüben Verteidiger westlicher Werte, drüben Terroristen, die Menschen hinter den Meldungen sehen könnte. Da fand ich die Meinungsumfragen die ich verlinkt habe ganz interessant. Nicht alles, was da drin steht ist Friede, Freude, Eierkuchen, aber die Sicht des durchschnittlichen Palästinensers ist weitaus differenzierter als die seiner “Freunde” in Deutschland und anderswo.“

    Volle Zustimmung.

    Gilt allerdings für beide Seiten. Für das seppeldämliche Pali-Soli-Komitee ebenso wie für sog. Israelfreunde, die, wenn aus Deutschland, dann auch mal gerne ihre Familiengeschichte fälschen, um Moralmehrwert zu generieren. Was Lysis dazu vor kurzem schrieb („als sei das eine machination des Juden“) hat mir sehr gut gefallen.

    Man kann sich, da hast Du recht, nicht in jeden Konflikt einarbeiten (man müsste dazu originaldokus lesen können, was meistens schon sprachlich scheitert), aber es gibt einige fausregeln rationalen Denkens. Zum beispiel:

    Immer dann, wenn die eine Seite massiv von den Medien als „Hitler“ gelabelt wird muss man nachfragen dürfen. Wenn man dann nicht einmal mehr sachlich nachfragen DARF – ob das nun Srebrenica betrifft oder Darfur oder Nah-Ost oder gottweißwas -, sondern sofort als geistiger Quisling denunziert wird, müssen alle Alarmsirenen angehen.

    In den allerseltensten Fällen ist in politischen Konflikten jene moralische Eindeutigkeit gegeben, die es bei Nazi-Deutschand gab. gerade deswegen taugt Nazi-Deutschland ja eben nicht als Modellfall. (Und streng genommen gab es diese moralische Eindeutigkeit nicht einmal im WW2. Wir brauchen über nazi-Deutschland nicht zu reden: fall ist klar! Aber Herr Stalin war dennoch sicherlich nicht der Vorsitzende der humanistischen Union…Insofern: Sogar in WW2 gab es nur in Bezug auf den zu besiegenden moralische Eindeutigkeit! Nicht in bezug auf die Sieger…)

  5. Brodaganda Says:

    Netzklempnerin: was Du aber eigentlich wissen wolltest, vermute ich, war doch, ob ich angesichts der von Dir geposteten Kommentare nicht doch Deine Gruppenzuschreibung „Palituchträger“/“Palästinafreunde“ nachvollziehen kann – wogegen sich ja ein Punkt meiner Polemik richtete.

    Ich habe diese Frage bisher ausgespart, weil ich mir nicht sicher bin. Einerseits wird einem die Wut über dieses Feindbild in dutzenden Blogs wie im Schlußverkauf hinterhergeworfen – meist ohne irgend eine Art von Realitäts-Check. Im Vergleich dazu wirken Deine vier Zitate sogar wie richtiger Argumentations-Luxus. Mal abgesehen davon, daß nicht ernsthaft bestritten werden kann, daß die gegenwärtige Palituch-Mode alles andere als politisch ist.

    Ich würde es mal so versuchen: die Vorurteile und klischees gegenüber Israel halte ich eher für ein verbreitetes, ungenaues Gefühl. So in etwas wie diebische Polen. Ich glaube nicht, daß es im gesellschaftlich relevanten Maße gebündelt von „engagierten Palästinafreunden“ (solche, die nicht-MSM dazu verfolgen und auch zu Veranstaltungen gehen) ausgeht. Ich denke auch nicht, daß Deine Zahlen mit dem Weltbild dieser eng umrissenen Gruppe unvereinbar ist.

    Wenn Du so etwas nachweisen willst, dann halte ich unzuordenbare Kommentare für eher ungeeignet. Viel überzeugender wären Aussagen, die sich nachvollziehbar auf palästinensersolidarische Gruppen oberhalb einer gewissen Relevanz zurückführen lassen. Wenn dort die Behauptung auftritt, daß man die Entführung des Kameramannes keinesfalls der Hamas zutrauen würde – also, das wäre dann überzeugend.

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