Kewil – nicht zu überbieten

Warum das Blog „Fakten – Fiktionen“ von Kewil auf Brodaganda eine so geringe Rolle spielt (abgesehen vom Hinweis, daß Vera Lengsfeld von der Achse Kewil zitiert)? Nun, Brodaganda möchte bekanntlich grassierende Dummheit, überkommene Denkweisen, Zynismus und Doppelmoral eine bestimmten Spezies Blog bloßstellen. Insbesondere auch mit den Mitteln der Überzeichnung.

Das klappt aber nur, wenn bei den derart Kritisierten ein gewisser Anspruch besteht – wenn eine Überzeichnung überhaupt möglich ist. Damit hat man aber bei Kewil keine Chance. Welche Satire sollte noch zur Anwendung kommen, wenn das Ausgangsmaterial schon die perfekte Satire ist? Wie – zum Teufel – soll man derart hirnrissigen Quatsch noch überzeichnen:

Zur CDU gehörten einst Männer wie Adenauer und Erhard. Heute ist die Partei verferkelt, unkenntlich, charakterlos, marode bis in die Knochen. […] Mit einem solchen grünen Schmierentheater will die CDU an der Regierung bleiben:

[…] Das Fahrrad spielt als umweltfreundliches Verkehrsmittel eine Schlüsselrolle. Die Union setzt sich konsequent für die Stärkung des Radverkehrs und die bessere Vernetzung mit anderen Verkehrsmitteln ein.

Radverkehr im Hightechland Deutschland? Die Autoindustrie soll durch Fahrradfabriken ersetzt werden? Liebe Leser, kennen Sie den Ausdruck ‘Charakterlumpen’?

Die CDU ist also verferkelt, weil die den Radverkehr stärken möchte? WTF? Unmöglich, das zu überbieten.

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6 Antworten to “Kewil – nicht zu überbieten”

  1. oernmaster Says:

    Die CDU ist verferkelt , weil se vermerkelt ist – das hat mit dem Radfahren aber nix zu tun – es ist nur eines von vielen Fallbeispielen anhand derer verdeutlicht werden kann wie die CDU zu einer Larifari Partei degeneriert ist und sich den alten (schon wieder abflauenden) Zeitgeist untergeordnet hat .

    Das Sie das nicht schnallen is `klaro !

  2. Brodaganda Says:

    Achso. Für mich suggerierte der Text da eine Verbindung.

    Wenn es nur eine Anspielung auf Merkel ist, dann vermute ich, daß es ähnlich zu verstehen ist wie der Titanic-Aufkleber „Stoppt das Merkel Ferkel“, also als eine Art anarchistischer Nonsens-Humor. Jedenfalls wäre das die einzige denkbare Erklärung. In diesem Fall trifft aber dankenswerterweise doch wieder meine These zu, daß man sich über Kewil nicht lustig machen kann, weil es keinen ernsten Anspruch hat.

  3. Maulhelden der Meinungsfreiheit « Brodaganda Says:

    […] müsste das Rechtssystem eher das Gegenteil gewährleisten. Was kümmert es z.B. Frau Merkel, wenn Blogger Kewil sie als Ferkel bezeichnet? Nicht viel und eine juristische Auseinandersetzung darum wäre mit Kanonen auf Spatzen geschossen. […]

  4. oernmaster Says:

    @ Brodaganda

    Richtig , es ist eine Art Nonsens-Humor den Kewil in Bezug auf das Merkel angewendet hat , da mittlerweile jeder halbgare Journalist diese Merkel/Ferkel Bezeichnung übernommen hat , sollte man lieber an deren Ernsthaftigkeit des von denen suggerierten „ernsthaften“ Journalismus mäkeln .
    Anstatt einem Kewil dieses um die Ohren zuhauen , der für sich nie den Wert des „ernsthaften Journalismus“ für sich in Anspruch genommen hat und dieses auch nie machen wird .

    Und richtig – Kewil ist Realsatire , allerdings vom Standpunkt des objektiven . Und deswegen kannst Du Dich über Kewil nicht lustig machen ; den wer kann schon eine reale Satire die sich objektiv über einen bestehenden Mißstand äußert , mit den Mitteln den Subtilität ins lächerliche ziehen ?
    Wird ziemlich schwierig und am Ende entlarvt man doch nur sich selbst .
    ;)

  5. Brodaganda Says:

    @ oernmaster

    Ich lese Kewil nicht mehr und weiss daher nicht, wie sich das entwickelt hat. Ich komme ja z.B. mit dem Humor der Satirezeitschrift Titanic gut klar. Aber wenn kewil die Abschaffung der Autofabriken wittert, nur weil die CDU eine unverbindliche Erklärung zur Stärkung des Radverkehrs abgibt – da kann ich nicht so richtig erkennen, wo da der Witz sein soll. Ich meine im Sinne einer Satire wäre es ja die Parodie auf einen äußerst unflexiblen Menschen, der extreme Anpassungsschwierigkeiten an die sozio-kulturelle Weiterentwicklung der Gesellschaft hat. Ist es das, was kewil parodisieren wollte? Ich hege da Zweifel.

  6. oernmaster Says:

    @ Brodaganda

    Tja , es soll wohl Leute geben die etwas unflexibel sind und extreme Anpassungsschwierigkeiten an die soziokulturelle Weiterentwicklung der Gesellschaft hat .
    Dafür braucht es aber keiner Eigenpersiflierung , sondern vielmehr braucht es den Mut sich gegen eine negative Weiterentwicklung zu stellen . Vor allem dann , wenn diese allgemein als fortschritlich suggeriert wird und diese Suggestion auch gleichzeitig den absoluten Mainstream bestimmt .
    Hätten wir in der Zeit von 33-45 mehr Menschen in unserem Land gehabt , die sich gegen die „soziokulturelle Weiterentwicklung “ der damaligen Zeit gestellt hätten – wäre uns viel Leid erspart geblieben .
    Aber leider waren Menschen mit „extremen Anpassungsschwierigkeiten“ damals nicht unbedingt dem Zeitgeist entsprechend .
    Ob sich daran zu heute etwas wirklich verändert hat , da hege auch ich meine Zweifel.

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