Archive for Mai 2008

Neue Verbündete braucht PI

15. Mai 2008

Nachdem das Blog „Politically Incorrect“ inzwischen sogar ungeniert für das Umfeld einer Terror-Organisationen wirbt, sei hier ein weiterer Verbündeter für PI vorgeschlagen.

Die Forderungen, so einfach wie einleuchtend:

– Vollwertige Anerkennung des Staates Israels als Teil der Völkergemeinschaft
– Bedingungsloses Selbstverteidigungsrecht für Israel gegen islamistischen Terror
– Gegen die Islamisierung Europas und für den Erhalt der jüdisch- abendländischen Kultur
Bekenntnis zum Schutze der Reinheit des jüdischen Blutes und der jüdischen Identität des staates Israel

Nada jedenfalls schlägt sie als Jugendgruppe der PI-Deutschen vor:

Nationale Sozialisten für Israel

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Polizeigewalt-Experten unter sich

14. Mai 2008

In einem unerträglichen Beitrag wird auf die Polizisten eingedroschen, dass einen beim Lesen unweigerlich das Gefühl beschleicht, in einem schrecklichen, vor Willkür strotzenden Polizeistaat zu leben.
Politically Incorrect: „ZEIT: Im Zweifel gegen den Polizisten“

Polizeistadt Brüssel: Willkürliche Festnahmen

Teheraner Zustände herrschten heute rund um den Place du Luxembourg. […] die außerordentlich aggressiv auftretende Polizei [provozierte] mit willkürlichen Festnahmen einzelner Bürger.
Politically Incorrect: „Polizeistadt Brüssel: Willkürliche Festnahmen“

Deutsche Polizisten, so erfahren wir, schlagen mit Vorliebe Unschuldige zusammen […]
Politically Incorrect: „ZEIT: Im Zweifel gegen den Polizisten“

Wehrlose und friedliche Demonstranten wurden mit einer Wolke von Pfefferspray traktiert. Polizeibeamte versuchten zu verhindern, dass von diesen Ereignissen Fotos gemacht wurden. Journalisten und Fotografen wurden zu Boden geworfen oder sogar von einem Hund der herbeigetrommelten Hundeführerstaffel gebissen. Ich selbst wurde von einem Polizeibeamten zu Boden geschlagen und getreten. Wurde gewaltsam in ein Polizeifahrzeug gesteckt und ebenso gewaltsam wieder herausgezogen. Wieder mit brutaler Gewalt zu Boden geworfen und schließlich wie ein gemeiner Verbrecher mit auf dem Rücken gefesselten Händen in einen Gefangenentransporter gezerrt. Offenbar war Anordnung ergangen, auf „alles einzuschlagen, was sich bewegte“ […] Die Folgen lassen sich an zwei Fingern ausrechnen. Polizeibeamte schlugen wie verrückt auf die Aktivisten ein.
Politically Incorrect: „F. Vanhecke: “Was geschah, war eine Schande”“

Grade aus dem Lager der Verbrecherversteher kommt keinerlei Verständnis, wenn Polizisten Anforderungen nicht mehr gerecht werden, die praktisch nur gefühlstote Androiden erbringen können.
Politically Incorrect: „Sind Polizisten eigentlich Menschen?“

Die SIOE-Touristen hätten nicht die flamenhassende Polizei aus Lüttich gemäßigt, sondern wären ebenfalls von der Masse der prügelnden Gewalt zusammen geschlagen worden. Statt der Möglichkeit der individuellen Kalkulation unseres Risikos, wären wir kollektiv in die Polizeigewalt einbezogen worden.
Politically Incorrect: „Neue Wege nach Brüssel“

Als Polizist muss man sich selbst als Diskriminierungsopfer erleben – man wird geschlagen von zwei Seiten: Durch Kriminelle generell und einigen Migrantenethnien im besonderen, und politisch-medial durch inszenierte Schmutzkampagnen.
Politically Incorrect: „Sind Polizisten eigentlich Menschen?“

Auf der anderen Seite führt der paranoide Großeinsatz paramilitärischer Polizeieinheiten durch den offenkundig durchgedrehten Provinzbürgermeister Fat Freddy Thielemans gegen ein Häuflein friedfertiger Stehprotestler zu Verwicklungen auf höchster Ebene.
Politically Incorrect: „Wachsende Empörung über Thielemans Schläger“

Durch ein grundsätzliches Misstrauen gegen Polizisten einerseits, und ein grenzenloses Vertrauen gegenüber Migranten […] andererseits.
Politically Incorrect: „Sind Polizisten eigentlich Menschen?“

Die exzessive Gewalt von Thielemans blauen Schlägern beweist, dass hier nationale belgische Probleme ausgetragen wurden, mit denen die internationalen Besucher nichts zu tun haben.
Politically Incorrect: „Neue Wege nach Brüssel“

Bemerkung: Mehr Doppelmoral geht nicht? Abwarten. PI hat es bisher immer geschafft, sich selbst zu übertreffen.

Verdrängungsleistung in Tonnen

2. Mai 2008

Der sich von bösen, ausländischen Sozialschmarotzern so arg über den Tisch gezogen fühlende arme kleine Deutsche Richard Wagner ist von der Achse des Guten inzwischen zum regulären Autoren geschlagen worden – offenbar möchte die Achse ihren nationalen Flügel stärken. Wohl bekomms.

Im Beitrag „Klaus Wowereit ist Paris Hilton“ beschäftigt sich Wagner nun mit der Schließung des Berliner Flughafens Tempelhof. Dabei beweist er allerdings ein derart schlechtes Gedächtnis, daß wohl nur freudsches Vergessen in Frage kommen kann:

Von Marzahn aus gesehen, ist Tempelhof weit weg, jedenfalls nicht näher als der ehemalige Ostflughafen Schönefeld, den der Berliner Senat favorisiert. In Marzahn betrachtet man die Tempelhofangelegenheit als West-Problem, als West-Luxusproblem. Immer wieder zeigt sich in den Berliner Debatten, auch über die Flughafenfrage hinaus, die Fremdheit zwischen Ost und West, die unterschiedliche Geschichte.

Die Betrachtung der Ost-West-Wahrnehmungsdifferenzen an sich mag sicher nicht falsch sein. Durch die monokausale Erklärung der Flughafen-Schließung im gesamten Beitrag erweckt Wagner allerdings den Eindruck, er glaube an eine ost-kommunistische Verschwörung, um den Flughafen Tempelhof als Symbol der Freiheit den Westberlinern zugunsten des „Ost-Flughafens“ Schönefelds zu entreissen. Aber wie war es wirklich?

Im sogenannten „Konsensbeschluss“ einigten sich 1996 Bundesverkehrsminister Matthias Wissmann (CDU), Berlins Regierender Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU) und Brandenburgs Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) auf den Neubau eines Großflughafens Berlin Brandenburg International (BBI), in dessen Folge auch die Schließung der innerstädtischen Flughäfen Tempelhof und Tegel vereinbart wurde.

Oh nein! Die CDU scheint maßgeblich in diese kommunistische Verschwörung verstrickt gewesen zu sein. Kein Wunder, daß Wagner das lieber verdrängt. Aber was die CDU betrifft, ist Wagner mit seiner Verdrängungsleistung noch lange nicht am Ende:

Wenn das alteingesessene Bürgertum der Stadt zum Instrument des Plebiszits greift, so hat das zwar mit dem Nachkriegswestberlin und seiner kalten Abwicklung zu tun, aber auch mit der generellen Defensive, in die das Bürgerliche seit der Vereinigung geraten ist. Nach den schweren Krisen des politischen Filzes in den neunziger Jahren, die am deutlichsten mit dem Skandal um die Landesbank und ihre geschlossenen Fonds, von denen Politiker und Lobbyisten aller Richtungen profitierten, einschließlich die Millionäre von der PDS, zu tage trat, kam es in der Folge zu der bis heute im Halbschlaf regierenden Koalition aus Sozialdemokraten und SED-Erben.

Die einzige Partei, die einen derart hohen Anteil am Berliner Bankenskandel hat, daß sie namentlich genannt werden muß, ist also die PDS? Aber wie war es wirklich?

Unter dem Berliner Bankenskandal versteht man die Vorgänge um die landeseigene Bankgesellschaft Berlin, deren wirtschaftlicher Zusammenbruch das Land Berlin finanziell belastet. Bemerkenswert ist hierbei die starke Verflechtung zahlreicher Politiker der Koalition aus CDU und SPD. Gegen ehemals führende Mitglieder wie Klaus-Rüdiger Landowsky wird mittlerweile wegen Annahme von Bestechungsgeldern und Untreue ermittelt. Der Bankenskandal führte 2001 zum Sturz des Regierenden Bürgermeisters Eberhard Diepgen. […] In den folgenden Monaten kam nach und nach das Ausmaß der Gesetzesverstöße zum Vorschein. So wurden seit langem und systematisch Verluste über Netzwerke von Strohmännern verborgen, Risiken aus Geschäften wurden mit dubiosen Verträgen auf das Land Berlin abgewälzt. Für einen ausgewählten Personenkreis (vor allem Prominente, Mitglieder der Regierungsparteien CDU und SPD, Bankmanager sowie deren Bekanntenkreis) wurden Sonderfonds angeboten, deren Konditionen noch wesentlich besser als die der normalen Immobilienfonds waren.

Und was ist mit den Millionären von der PDS? Soweit das Gedächtnis von Google reicht ungefähr folgendes:

Erst recht unverdächtig ist das Engagement von Gregor Gysi beim Fonds „IBV International 2“. Dieser Fonds, der auch Immobilien in den USA und Schweden umfasst, wurde erst von 2000 an vertrieben. Daher galten die steuerlichen Sonderabschreibungen Ost nicht mehr. Zudem hatte sich die Bankgesellschaft aus der früheren Kompletthaftung für die Fondsrisiken längst zurückgezogen. Der Fonds „IBV International 2“ hat Branchenbeobachtern zufolge in keiner Weise zur Schieflage der Bankgesellschaft beigetragen. Die Fonds-Zeichner kamen nicht mehr in den Genuss einer die gesamte Laufzeit von 20 Jahren umfassenden Mietgarantie.

Stattdessen wurde ihnen für nur zehn Jahre eine Mindestausschüttung in Höhe von sechs Prozent des gezeichneten Kapitals zugesagt. Und nur diese zehn Jahre lang haben Anleger die Möglichkeit, ihre Fonds-Anteile zu 90 Prozent des Ankaufswertes zurückzugeben. Davon hat Gysi jetzt Gebrauch gemacht, um erst gar keine Interessenkollisionen in seinem neuen Amt aufkommen zu lassen.

Fakt ist also: Der Berliner Bankenskandal ist ein Skandal des Filzes aus CDU und SPD, mithin genau jenes „Bürgerliche“, was Wagner so beschwört. CDU und SPD sind die Auslöser der finanziellen Misere, in der sich Berlin nun befindet und insbesondere auch diejenigen, die mit dem Abbau der Subventionen aus dem kalten Krieg nicht zurechtkamen. Und was Wagners schüchterne Formulierung „kam es in Folge“ betrifft, so kann man ruhig etwas deutlicher werden: Die Berliner CDU hat es ob ihrer massiven Verstrickung in diesen Skandal aus der Regierung gefegt, völlig zurecht. Und nun läuft Wagners Verdrängung zur finalen Hochform auf:

Dieses Berlin ist nicht Hauptstadt, weil es Hauptstadt wäre, sondern um einen Sonderstatus einzuklagen, die Subvention durch den Bund, also Deutschland. Das Zweckbündnis der linken Kräfte des Herzens in Ost und West bedient letzten Endes den Kreislauf der Sozialkassen. […] Das aber beschäftigt praktisch niemanden und schon gar nicht die Helden der Spaßgesellschaft. […] Verloren haben am Sonntag die Gegner der Spaßgesellschaft, die, die es ernst meinen mit Wirtschaft und Leistung, mit der Zukunft unserer Gesellschaft, sie haben am Sonntag symbolisch verloren, tatsächlich haben sie schon lange verloren.

Fakt ist: in das, was Wagner nun allein den „linken Kräften“ in die Schuhe schieben möchte, ist maßgeblich auch die CDU verstrickt, unter anderem durch den Bankenskandal: sich auf Subventionen durch den Sonderstatus Berlins verlassen, eine sich persönlich bereichernde „Spaßgesellschaft“ bilden, sich nicht damit zu beschäftigen, was das für die Zukunft Berlins bedeutet und so den Gedanken von „Wirtschaft und Leistung“ nachhaltig auf den Kopf stellen und ruinieren.

Es ist schon beachtlich, zu welch kapitalen Verdrehungen Richard Wagner greifen muß, um sein Weltbild zu retten – ähnlich grandios wie die Leistung der Berliner CDU, gegen ihr eigenen Beschlüsse zur Flughafen-Schließung eine Kampagne zu fahren. Vielleicht ja Alzheimer im Endstadium – bei beiden.

Anmerkung: Hervorhebung in Zitaten von Brodaganda.

Abwesenheitsnotiz

2. Mai 2008

Gerade wenn allerorten der Frühling ausbricht, kann einen das reale Leben schon ganz schön in seinen Klauen halten – oder, was ehrlicher wäre zuzugeben, das dumme Geschreibsel unter der Achsel des Guten ganz schön anöden. Dabei gäbe es sicher einiges anzumerken, z.B. zu Biosprit. Nunja. Das sollen fleißigere Blogger einstweilen erledigen. Aber wenn man schon nichts schreibt, sollte man vielleicht wenigstens noch ein paar Links nachreichen:

Blogger vert weist im Beitrag „im öko-dschungel“ auf einen Artikel [pdf] von Urs Niggli hin, der auf den Unsinn von Miersch und Maxeiner eingeht. Stefan Niggemeier bringt im Beitrag „Wie ‚Bild‘ Ausländerfeindlichkeit fördert“ sehr gut auf den Punkt, wie Bild und brauner Mob zusammenarbeiten.

Nun, für einen kleine Beitrag über Richard Wagners kolossale Verdrängungsleistung wird die Zeit aber wohl noch reichen.