Archive for März 2008

Einem nützlichen Rechtspopulisten kein Auge aushacken

31. März 2008

Süß wie ein trotziges Kind kann die Achse des Guten wirken, zum Beispiel wenn sie mit einem Text des hauptberuflichen Leserbriefschreibers Jörg Haller aufstampft:

Sie bezeichnen Geert Wilders als “Rechtspopulisten” – diese Bezeichnung ist diffamierend. […] Bitte unterlassen Sie diese Formulierung, denn diese Diffamierung ist mehr als ungerecht…

„Ungerecht“ also. Moral ist der Achse normalerweise zuwider, aber zu besonderen Anlässen hängt sie sich eben auch gerne mal die moralische Flagge ins Fenster.

Aber kann jemand ernsthaft ein Rechtspopulist sein, dessen Partei einen „Verringerung des Einfluss der Europäischen Union“, ein „Verbot der Errichtung weiterer Moscheen“ und einen „Einwanderungsstopp“ fordert? Nicht für die Achse des Guten. Hier hat man andere Maßstäbe. Schließlich spricht man sich auch dagegen aus, daß Gelder im Kampf gegen Rechts aufgestockt werden, nimmt Deutsche als Opfer ausländischer Sozialbetrüger wahr und sieht Kritik am Vaterland äußerst ungern.

Außerdem: ein Islamophobiker kann per se kein Rechtspopulist sein – denn damit würde sich die Achse ja selbst ins Bein schießen. Aber wie genau will man das nun begründen? Jörg Haller hat da eine Idee:

Genau dies tut Geert Wilders nicht, wenn er wahrheitsgemäß aufdeckt, was der Koran sagt […] Leider muß ich feststellen, daß auch n-tv […] letztlich nichts weiter als Mainstream bietet, der oft mit der Wahrheit und mit Notwendigkeiten in der Politik nichts zu tun hat.

Der Kampf um die Wahrheit ist es also das Merkmal, welches jemanden nicht zum Rechtspopulist werden lassen kann. Dieser Logik stimmt auch Broder zu, allerdings bezogen auf den ermordeten Pim Fortuyn. Tatsachen sind schließlich auch Wahrheit:

Schon der vor sechs Jahren von einem fanatischen Tierrechtler ermordete Politiker Pim Fortuyn galt als ein „Rechtspopulist“. Er war in der Tat sehr populär, aber nicht weil er „rechts“ war, sondern rücksichtslos auf Tatsachen hinwies, die von den traditionellen Eliten der holländischen Gesellschaft beharrlich ignoriert wurden.

Wiederholen wir also noch einmal: ein Rechtspopulist kann keiner sein, der den Kampf um die Wahrheit ficht, insbesondere rücksichtslos. Das ist nun aber mal eine wirklich bestechende Logik, von der auch das selbsternannte „Wochenblatt zum Kampf um die Wahrheit“ profitiert. Na, da kann sich Jörg Haller ja schon mal ausdenken, warum es sich hier keinesfalls um „strukturelle Parallelität“ handeln kann.

Strammstehen vor der Fahne

31. März 2008

Waren das nicht selige Zeiten, als die Nörgelei vaterlandsloser Gesellen über Heimat und unfehlbare Führer kurzerhand als Zersetzung der Volksmoral, Propagierung defätistischer Gedanken oder gar landesverräterische Feindbegünstigung justiziabel war?

Aber die sind vorbei. Daher hat Richard Wagner leider nicht mehr viel in der Hand, um sich gegen die Überflutung mit Feindpropaganda zur Wehr zu setzen:

Urs Jaeggi, Macht und Herrschaft in der Bundesrepublik (Fischer 1969)

(Der Megabestseller jener Jahre. Bis 1974 wurden 205.000 Exemplare verkauft. Sein Anliegen: Die Verteufelung der Bundesrepublik mit dem Instrumentarium der Soziologie.)

Welche Demokratiedefizite muß jemand haben, um eine kritische Auseinandersetzung mit Deutschland, eine wissenschaftliche noch dazu, mit dem religiösen Terminus „verteufeln“ zu konnotieren? Schulapelle, Schulgebet und Strammstehen vor der Fahne sind für den vermutlich auch nicht mehr weit.

Blinder Seher

25. März 2008

Broder hält viel von seinen prophetischen Fähigkeiten. Schließlich sieht er schon seit Jahren die Islamisierung Europas vorher. In einer anderen Vorhersage besaß er einstweilen jedenfalls kein glückliches Händchen. Das mag vielleicht auch daran liegen, daß es sich dabei um eine oft verwendete Klage handelt, die inzwischen nicht mehr mit der Realität abgeglichen wird. Die Klage lautet, daß dem Nahost-Konflikt ein Übermaß an Aufmerksamkeit zuteil würde, während sich für andere Konflikte kein Schwein dieser Erde interessiert:

Überhaupt redet kaum jemand über Tibet, von den Exil-Tibetern mal abgesehen. […] Weil aber weder die Amis noch die Zionisten der “Israel-Lobby” dahinter stecken, regt sich keine Sau darüber auf.

Prinzipiell ist nicht falsch, daß der Nahost-Konflikt mehr Aufmerksamkeit erfährt. Die geographische Nähe, die Verbindung zur deutschen und europäischen Geschichte und die komfortable Situation für Journalisten bedingen das.

Dennoch hat sich Broders Klage vom 15. März über die Nichtbeachtung des Tibet-Konfliktes im Vergleich zum Nahost-Konflikt inzwischen als grundfalsch erweisen. Allein die von Broder so gern als „Kinderstürmer“ geschmähte taz hat diesem Konflikt die Aufmacher der Titelseiten der Ausgaben vom 17., 18., 19., 22. und vom 25. März gewidmet. Warum so wenig? Eine Menge Sonn- und Feiertage lagen dazwischen, an denen die Zeitung nicht erscheint. Aber das ist dennoch beeindruckend mehr als die drei Beiträge, die im gleichen Zeitraum auf der Achse des Guten (am 20., 21. und 25. März) explizit diesem Thema gewidmet sind. Obwohl die Achse des Guten auch an Feiertagen erscheint.

Warum entblößt Broder bloß immer seine eigene Doppelmoral, wenn er eigentlich die anderer entblößen will?

Migrantenneid

20. März 2008

Während man selbst bei Lysis rätselt, was Broder mit der Auswahl eines Zitates aus einem Artikel des Tagesspiegels nun eigentlich sagen möchte, übt sich Jochen Hoff auf Duckhome als Broderversteher. Der Migrantenneid treibe Broder um:

Nie angekommen in diesem ungeliebten Land. Migrant wider Willen. Das ist ein hartes Los. Vor allem im Alter. Er sieht die zweite Generation von Muslimen, die nicht mehr zurück in ihre Heimat wollen, wohlmöglich ihr Haus dort schon verkauft haben und sich als Deutsche fühlen.

Das ist nicht nur Neid, das ist tiefe Trauer.

Zwar schlägt Hoff den Text irrtümlich Broder zu, dennoch liegt er mit seiner Analyse richtig. Schließlich ist aufschlußreich, welchen Teil des Textes Broder auswählt. Und dieser ist sorgfältig auf den Überfremdungsangst-kompatiblen Teil von Broders unautorisiertem Fanklub und den bräunlichen Tönen auf der Achse selbst zurechtgestutzt. Keinen Platz im Zitat hat der Teil des Artikels, der diesem entgegenstehende Ideen ausdrückt:

Wenn also im Finale von „DSDS“ 90 Prozent Migranten antreten, bedeutet dies dann, dass sie leistungswilliger und ehrgeiziger sind als ihre deutschen Altersgenossen? Bereits der letztjährige Gewinner, Mark Medlock, ist Sohn eines Afroamerikaners.

Im übrigen werden auf der Achse des Guten Zitate praktisch nicht kenntlich gemacht, schon gar nicht im Schriftbild. Daher ist oft schwer zuordenbar, woher die Texte stammen. Mit gutem Grund – wenn der Eigenanteil unter den ganzen Zitaten nicht mehr auszumachen ist, sähe das doch etwas peinlich aus.

Tauwetter im Skeptikerblock

18. März 2008

Mit einem Text von Ulli Kulke in der Welt rückt Dr. Peiser vorsichtig von den sog. Klimaskeptikern ab:

Die Simulationsmodelle des IPCC sind nicht der Weisheit letzter Schluss, auch wenn ihre Modellierer dies beanspruchen. Und der Beweis, dass CO2 nichts mit dem Klima zu tun hat, dürfte auch schwerfallen. Doch kritische Zwischentöne von Forschern wie Hüttl, Emmermann, Malberg oder Delisle werden zwangsläufig an Bedeutung gewinnen, denn der Alarmismus des IPCC und die Hektik im Hause Gabriel werden auf Dauer keinen Bestand haben können.

Soso, CO2 also – die Frontlinie der Klimaskeptiker schmilzt wohl wie ein Gletscher im Klimawandel? Aber was sagt nun eigentlich der erwähnte Hüttl?:

Das heißt, wenn wir heute wissen, dass wir mit Treibhausgasen und Landnutzung zum geologischen Faktor geworden sind, der das Klima beeinflussen kann, dann sollten wir rasch reagieren: Unsere Strategie der CO₂-Reduktion ist nicht nur sinnvoll, weil wir wissen, dass wir das Klima ändern, sondern vor allem, weil wir nicht wissen, wie das sich ändernde Klima auf uns reagiert.

Ach. Und was sagt Emmermann?:

GFZ-Chef Emmermann weist aber darauf hin, dass die CO2-Versenkung allenfalls Zeit verschafft, um CO2-freie Energietechnologien zu entwickeln und einzuführen. «Das ist eine Übergangstechnologie, die nicht ewig angewendet werden kann», sagt er.

Naja, etc pp. Keine weiteren Fragen. Was noch?

Nahezu unbemerkt von der Weltöffentlichkeit formieren sich die Klimaskeptiker zu einer neuen Graswurzelbewegung gegen die Weltuntergangspropheten. Und das Wetter spricht für sie

Soso, das Wetter. Aber was heißt es denn, wenn tatsächlich nur das Wetter, nicht das Klima, für die Klimaskeptiker spricht? Das Wetter ist nur ein kurzfristiger Zustand, während das Klima für die Gesamtheit der möglichen Wetterzustände steht:

Als Wetter bezeichnet man den spürbaren, kurzfristigen Zustand der Atmosphäre […] an einem bestimmten Ort der Erdoberfläche […]

Das Klima steht als Begriff für die Gesamtheit aller meteorologischen Ursachen, die für den durchschnittlichen Zustand der Erdatmosphäre an einem Ort verantwortlich sind. Oder anders ausgedrückt: Klima ist die Gesamtheit aller an einem Ort möglichen Wetterzustände, einschließlich ihrer typischen Aufeinanderfolge sowie ihrer tages- und jahreszeitlichen Schwankungen.

Im Klartext also noch eine Bankrotterklärung. Eine weitere ist es, Al Gore anzukreiden, er habe sich nicht mit 200.000 Dollar für die „kritische Klimakonferenz“ der „NIPCC“ als Alibi kaufen lassen, sondern sei lieber woanders kostenlos aufgetreten. Denn eine Teilnahme als Alibi für die – in letzter Zeit so in Mode gekommenen – Leugnerkonferenzen läßt nicht nur Rumpelstilzchen Broder, sondern auch die gesamte Achse des Guten doch sonst sofort im Dreieck springen. Ansonsten wird auch die Methode des „Teilnehmer kaufen“ in dem Artikel der Welt komischerweise nicht weiter erwähnt:

Auch die Methoden des Heartland Institutes sprechen für sich: Den nach New York eingeladenen Wissenschaftlern wurde ein Honorar angeboten, berichtet Rahmstorf, der selbst auch eine Einladung erhielt. Wie auf dem Klimaforscher-Blog http://www.realclimate.orgberichtet wird, lag die Höhe des Honorars bei 1000 Dollar – Kosten für Anreise und Unterkunft würden ebenfalls vom Heartland Institute übernommen. „Ungewöhnlich“ sei das, meint Rahmstorf. Normalerweise würden Wissenschaftler keine Honorare für Vorträge auf wissenschaftlichen Konferenzen erhalten. Bei der Zahl von rund 100 geladenen Sprechern in New York dürfte einiges an Honoraren zusammenkommen.

„Mami, Mami, ich möchte vier Bankrotterklärungen in einem Artikel!“ – „Ach, Kind, geh die Achse des Guten lesen!“

Aber manche sind weniger gleich

10. März 2008

Was ist der Unterschied zwischen einem islamistischen Gottesstaat-Anhänger und Henryk M. Broder? Schwierig. Nächste Frage. Worin gleichen sich islamistischer Gottesstaat-Anhänger und Henryk M. Broder? Das ist einfacher. Zum Beispiel in der Abscheu für unseren Rechtsstaat. Broder zeigt sich mal wieder ausgesprochen überrascht von der Idee, daß allen Menschen die gleichen Rechte zustehen könnten:

Die Deutschen spinnen

Der Verurteilte Kindsmörder Magnus Gäfgen verlangt vom Land Hessen wegen Folterdrohung von Polizisten mehr als 10.000 Euro Schmerzensgeld. Für diesen Prozess bekommt er nun aller Voraussicht nach Prozesskostenhilfe

Konsequent weitergedacht gibt uns ein springernder Lynchmob schon mal einen Vorgeschmack auf den kommenden Broderstaat:

Jojo meint:
08.03.2008, 12:25 Uhr
Solche Typen gehören einfach erschossen und in der Mülltonne entsorgt!
jp meint:
06.03.2008, 22:49 Uhr

[…] mache ich mich strafbar, wenn ich demjenigen, der eines tages die leiche von gäfgen findet, heute schon eine finder-prämie von 10.000 euro auslobe ? […]

KT meint:
06.03.2008, 09:53 Uhr
[…] dann kann die Gesellschaft die echte gerechte Strafe gegen Gäfgen ausüben und der Gäfgen würde sich wünschen, niemals auf die Idee gekommen zu sein, eine solche Prozesslawine losgetreten zu haben. [..]
Sebastian meint:
06.03.2008, 06:48 Uhr
[…] FAZIT: Dies war eine durchaus gerechtfertigte Methode und außerdem ein Indiz dafür, dass unser Land noch nicht vor lauter spiegelnder Rechtsstaatlichkeit verweichlicht wurde.

Überhaupt, die Rettung von Untermenschenleben ist für Broder was ganz verwerfliches:

Und auch die Israelis haben einen an der Klatsche:
http://imra.org.il/story.php3?id=38444

Was erregt seinen Unmut? Zwei palästinensische Frühchen wurden in einem israelischen Krankenhaus behandelt und vor Raketenangriffen der Hamas in Sicherheit gebracht, wie jedes andere Baby auf der Station auch:

Barzilai Hospital in Ashkelon Treating Two Premature Palestinian Babies

Last week, a Palestinian woman from Beit Lahia gave birth to twins at the Barzilai Medical Centre in Ashkelon. The twins, born prematurely, weighed less than 1.5 kgs each. They were admitted to the medical center’s neonatal intensive care unit, where they were treated by the medical team.

The first Hamas missiles began raining down on Ashkelon on Saturday (1 March) shortly after 5 a.m. When the Hamas shelling of Ashkelon started, the twins, a boy and girl, were still in the NICU. One of the Grad rockets fell
a mere 50 meters from the hospital entrance. All the premature babies in the NICU unit, including the two Palestinian babies, were transferred to the hospital’s bomb shelter for fear that the hospital itself would receive a direct missile hit.

Meinungsschnickschnack

7. März 2008

Auch die Achse des Guten hat schon mal vom Konzept der Meinungsvielfalt gehört. Und wenn sie nicht gerade über Klimaverschwörung, Weltverbesserer und Biokost zetert, dann versucht sie sich auch manchmal an einer Umsetzung. Die Frage ist aber: bringt die Achse tatsächlich Meinungsvielfalt zustande oder kann sie nur Meinungsschnickschnack erreichen?

Wie Meinungsschnickschnack jedenfalls sieht folgendes aus: Broder ärgert sich über Olivier Roy, der in einem Kulturzeitinterview die Finger in jene Wunden des Irakkrieg-Konzeptes legt, die Broder so konsequent versucht zu verdrängen. Der differenzierten Kritik von Roy kann Broder aber inhaltlich nicht beikommen. So macht er seinem Ärger Luft, in dem er sich auf einen Vergleich von Roy zwischen Bin Laden und Baader-Meinhof am Ende des Interviews bezieht:

Olivier Roy: Bin Laden ist der Erbe von Baader-Meinhof

Es gibt keinen Schwachkopf und keinen Unsinn, der nicht die Gelegenheit bekäme, sich in der „kulturzeit“ auszubreiten.

Das lustige an der Sache ist nur, daß Gastautor Alexander Gutzmer auf der Achse einen Tag vorher von Broder unbeanstandet den gleichen Vergleich anstellt wie Roy:

Die Kultur des Bösen

[…] Das konstruierte Elitenbewusstsein und das beglückende Bewusstsein, etwas ganz Herausragendes zu tun, haben die Baader-Meinhofs mit dem demonstrativ asketisch im Zelt herumsitzenden bin Laden aus den Bekennervideos gemein…

Natürlich kann man das für Meinungsvielfalt halten. Aber Meinungsvielfalt sollte fundiert und ohne Doppelmoral daherkommen, was hier nicht der Fall ist. Deshalb kann man es wohl getrost eher unter Meinungsschnickschnack einordenen.

Unter pädagogischen Gesichtspunkten sollte bei aller Kritik natürlich auch Lob ausgesprochen werden. So sei hier Broders Selbstironie positiv hervorgehoben, der mit der Bemerkung, es gebe „keinen Schwachkopf und keinen Unsinn, der nicht die Gelegenheit bekäme, sich in der ‚kulturzeit‘ auszubreiten“, offensichtlich auch auf sich selbst Bezug nimmt.

Armer kleiner Wagner

6. März 2008

Richard Wagner (Gastautor) darf in der Achse des Guten die Sau rauslassen, dort, wo bei regulären Schreibern vermutlich noch die Schamgrenze vor ist. Erst geht es um dänische Karrikaturen, aber dann bricht es aus ihm heraus: die armen Deutschen werden doch tatsächlich von volkskörperfremden Schädlingen ausgesaugt! Wird man ja wohl nochmal sagen dürfen:

Es geht wieder einmal um unsere moslemische Einwandererschaft […] Für den Rest der Versorgung, für die Bewältigung des Alltags, sorgen die verschiedenen Ämter unseres Sozialstaats. Man ist rundum versichert, mit reichlich Kindergeld und Hartz 1V und Krankenkasse ausgestattet. Bei uns fällt ja keiner durchs soziale Netz, es sei denn, er ist ein Einheimischer, ein Alki oder sonst ein Depp. Dem frommen Islamisten kann derlei Ungeschicktes nicht passieren.

Dafür sorgen schon die braven deutschen Mädels von den Hilfsorganisationen und im Notfall die mit ihnen befreundeten Anwälte, das gesamte 68er Gefolge, Marke: Ausländer lasst uns mit den Deutschen nicht allein. […]

Oh nein! Die Maden in der deutschen Volkskartoffel wollen also Richard Wagners Wohlstand wegschmarotzen. Das ist natürlich nicht schön. Richard Wagner, der arme kleine Deutsche, dauert mich auch. Daher möchte ich ihm mit folgendem Video ein bißchen Trost spenden. Am besten laut mitsingen und den ganz Frust rausbrüllen. Das hilft! Und wenn nicht, kann man ja immer noch „rechts von der CDU“ wählen.

(YouTube: Knarf Rellöm Trinity – Arme Kleine Deutsche, 3:30 min)

Arme kleine Deutsche!

Haben keine Rechte
Werden überall verboten
Die ganze Welt ist gegen sie
Die ganze Welt hat sich verschworen
Kriegen einen Maulkorb
Sind keine Nazis, aber …
man wird ja wohl nochmal sagen dürfen
man wird ja wohl nochmal sagen dürfen!
die andern sind in der Überzahl!
die andern sind in der Überzahl!!

Arme kleine Deutsche!
[…]
Arme kleine Deutsche!

Haben keine Rechte
Werden überall verfolgt
Werden zusammengetreten und verprügelt
Sind bald nicht mehr da
Sind bald nicht mehr da
Gibts bald nicht mehr
Gibts bald nicht mehr

Achse der Dunning-Kruger-Opfer

4. März 2008

Aber der Reihe nach. George Bush School of Government“ der Texas A&M University stammen. Nein, schauen wir gleich in die Studie. Welche Kriterien werden wohl angelegt, um herauszufinden, wie informiert die Befragten sind? Objektive Fakten? Knallharte Fragenkataloge?

We measure a respondent’s level of information by asking each respondent to report „how informed do you consider yourself to be“ about global warming and climate change, which produces an 11-point scale.

Mit anderen Worten: es wird also eben gerade nicht gemessen, wie informiert die Befragten sind, sondern nur: für wie informiert sie sich halten. Das ist kein vernachlässigbarer Unterschied. Denn genau hier kommt der Dunning-Kruger-Effekt ins Spiel:

Kruger und Dunning bemerkten in vorhergehenden Studien, dass bei Fähigkeiten wie dem Erfassen von Texten, Schachspielen oder Autofahren, Unwissenheit oft zu mehr Selbstvertrauen führt als Wissen. Sie fanden heraus, dass bei Fähigkeiten, über die Menschen in höherem oder im geringen Grad verfügen können,

  1. inkompetente Personen dazu neigen, ihre eigenen Fähigkeiten zu überschätzen,
  2. inkompetente Personen überlegene Fähigkeiten bei anderen nicht erkennen,
  3. inkompetente Personen das Ausmaß ihrer Inkompetenz nicht erkennen können,
  4. inkompetente Personen durch Bildung nicht nur ihre Kompetenz steigern, sondern auch lernen können, sich und andere besser einzuschätzen.

Nebenbei bemerkt läuft uns der Dunning-Kruger-Effekt gerade bei der Achse des Guten des öfteren über den Weg. Ein aktuelles Beispiel dafür ist gerade wieder im Blog von Stefan Niggemeier unter Fakten sind uns Wurst nachzulesen: Dirk Maxeiner hält sich ja bekanntlich für ganz besonders informiert, aber er tut das eben im Sinne der Selbstüberschätzung eines unkritischen Konsumenten von Bild und PI.

Zurück zur Studie. Auch deren Autoren ist das ganze natürlich nicht ganz unbekannt. Deshalb gestehen sie in der Auswertung auch verschämt ein, daß die Ergebnisse nichts über das tatsächliche Wissen der Personen aussagen, ja, daß sich bei ähnlichen Studien auf das Wissen bezogen sogar der Effekt umgedreht hat:

It should be noted that the information effects reported in this article are limited to self-reported information. Objective measures of informedness about global warming and climate change might produce different effects. And indeed there is some scholarly evidence to suggest that this might be the case. In their models of mass assessments of the risks of genetically modified foods, Durant and Legge found that self-reported informedness and objective measures of informedness were almost entirely uncorrelated, and that their effects worked in opposite directions. Clearly, this is an area that is ripe for subsequent research.

Broder ist Hetze

4. März 2008

Mit der Überschrift „Islam ist Frieden (und solide Handarbeit)“ betitelt Broder einen Mordfall im Rahmen eines Familienstreits in Saudi-Arabien. Was die Motivation des offenbar geistesgestörten Täters mit dem Islam zu tun haben soll, muß wohl zwangsläufig das wohlgehütetes Geheimnis von Broders geistiger Parallelwelt bleiben.