Archive for Oktober 2007

Broder vs Politically Incorrect

19. Oktober 2007

Brodaganda über Broder: „Nur manchmal spuckt er dem Beifall von der falschen Seite ein bißchen in die Suppe“. Das tat Broder gestern in der Phoenix-Runde mit dem Thema „‚Das sagt man nicht…‘ – Was ist politisch korrekt?“ dankenswerterweise. Nun ist für einige PI-Kommentatoren mal wieder eine Welt zusammengebrochen, weil Broder die gemeinsame Sache verraten hat:

#26 Jutta (18. Okt 2007 23:09)
Henryk M. Broder muss ich leider vergessen nach dieser Sendung.
Ich glaube ,er ist schwul und mag den Beck.

#32 OnkelM (18. Okt 2007 23:30)
Wie sehr Broder ein Rad abhat, sieht man, wenn man sein letztes Buch “Hurra – wir kapitulieren” in Rechnung stellt: Da geht’s um nichts anderes als um den Kampf gegen pc.
Und jetzt? Will er nichts mehr davon wissen.
Naja – der Kampf geht trotzdem weiter.

#36 schlechter Umgang verdirbt gute Sitten (18. Okt 2007 23:54)
Ich weiß nicht. War das ein Broder Double?
Bin ich verwirrt oder ist es der Broder?

Andere erklären sich die Vorkommnisse mit der – sonst Arafat zugesprochenen – Taktik der gespaltenen Zunge:

#46 Hombre (19. Okt 2007 01:12)
Ihr müsst immer beachten, dass nicht wir die Adressaten solcher Talkrunden sind, sondern der politisch interessierte Gutmensch und die anderen Journalisten.

Naja, das kennt man ja. Sie werden mit dem nächsten PI-Beitrag wieder ihr Desinformationsopium kriegen und dann wird wieder alles gut sein. Aber hier der Ablauf des Kampfes Broder gegen PI:

Broder stieg ein mit einem für PI-ler schon nicht einfach zu verdauenden Statement über Eva Herman:

Sie hat Unsinn geredet.

Dann wiegt er den gemeinen PI-ler mit seinen Ausführungen über die „absolut hysterischen“ Reaktionen der Gesellschaft im Fall Herman in Sicherheit. Aber nur, um nun zum Vernichtungsschlag gegen PI auszuholen:

Es gibt eigentlich überhaupt keine political correctness in der Bundesrepublik. Und Sie haben vollkommen recht, dieses Etikett „politisch inkorrekt“, das ist etwas wie früher: „sei doch endlich spontan“. Es ist nichts authentisches mehr. Es ist die reine Vermarktung.

Broder benennt also „Politically Incorrect“ als pure Bauernfängerei. Ein bißchen wird dann zwar noch mit den üblichen Brodereien über die „Gleichschaltung der Begriffe“ geschwafelt, aber Broder ist mit PI noch lange nicht fertig:

Dieses Sich-Abgrenzen führt dazu, daß die Wirklichkeit verschleiert wird. Ganz konkret: wenn irgendwo ein paar Farbige, Schwarze, Inder oder andere Un-Arier durch die Gegend gehetzt werden, dann ist der erste Reflex, noch bevor der Fall ermittelt wurde: es war keine Ausländerfeindlichkeit. Weil Ausländerfeindlichkeit ist nah am Rassismus, Rassismus ist nah am Nationalsozialismus. Das heißt, das offensichtliche wird erstmal bestritten, damit man sich mit der Wirklichkeit nicht wirklich auseinander setzen muß.

Treffender auf PI gemünzt geht es nicht! Broder setzt nach, in dem er die „morbiden Zustände“ benennt, die PI immer wieder verleugnet. Und tritt auf die am Boden liegenden PI-Gehirngewaschenen ein mit:

Mich interessiert der Bürgermeister von Mügeln, heute, in dessen Stadt ein kleines Progrom passiert, und der hinterher sagt, seine Stadt sei Opfer geworden. Dieser Irre interessiert mich mehr als Heydrich oder Himmler.

Aber auch das ist noch nicht alles. Auch folgendes ist zu offensichtlich auf PI gemünzt:

„Es gibt einfach allgemeine Grenzen […] Sie wissen ob es ein Witz ist oder ob dahinter ein Vernichtungswunsch steckt. [..] Und da wo der Vernichtungswunsch ansetzt, da wird es seltsam.“

Und kurz darauf erläutert er diese Beschreibung von PI näher:

Es fängt schon viel eher an. Und ganz ähnlich ist es bei Antisemitismus und beim Schwulenhass. Es sind subtile oder nicht so subtile, kleine Geschichten. Bei denen sie merken: er meint es gemein. Er macht sich nicht lustig über dich, er möchte dich weghaben.

Das betrifft natürlich auch jeden von den gefühlten eine Milliarde Kommentaren bei PI, die erklärtermaßen die Moslems „weghaben“ wollen.

Anekdote am Rande zum PI-Beitrag über die Sendung: Da macht doch Herre in seinem Größenwahn einen weinerlichen Witz, daß man keinen Vertreter seines Hassblogs zur Phoenix-Runde eingeladen hat. Aber PI wäre nicht PI, wenn sich diese Absurdität nicht auch noch auf die Spitze treiben ließe: die geneigte Leserschaft ist natürlich zu dumm, den Witz zu verstehen und zieht tatsächlich in Betracht, PI hätte einen Vertreter entsandt, so daß eine eilige Erklärung des Witzes nötig wird.

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PI – zu dumm zum lesen

5. Oktober 2007

Stefan Herre, oberster Hirte seiner Sektenanhänger im Blog „Politically Incorrect“, sagt gerne, er sei nicht dumm, sondern nur seine Leser. Bzw. er drückt es so aus, daß man doch seinen Blog nicht anhand der Leserkommentare beurteilen solle. Oder er sagt gleich ganz was nettes über seine Leser wie hier:

Er sei nicht sicher, ob er alle seine Leser gerne kennenlernen möchte.
(Netzzeitung.de: Bloggen für das christliche Abendland)

Ist da nun wirklich so ein himmelweiter Unterschied zwischen Autoren und Lesern? Nein, aber es gibt diese Arbeitsteilung: die Autoren deuten nur an, die Leser dürfen die Haßbotschaften explizit ausformulieren. Soweit bekannt und in genügend Artikeln beschrieben.

Was passiert aber nun, wenn sich Herre einfach nur als funktionaler Analphabet erweist? Funktioniert diese Arbeitsteilung dann auch kritiklos? Aber Hallo! Da schreibt er also:

Das ist derjenige, der aus unserem T-Shirt-Motiv “Islamophobic – and proud of it” die aufstachelnde Headline “Islamfeind – und stolz darauf” machte. Preuß ist aber nicht nur ein stümperhafter schlechter Übersetzer (phobia = Angst)
(PI: Roland Preuß: Gut austeilen, schlecht einstecken)

über einen Artikel von Roland Preuß in der Süddeutschen Zeitung. Alles klar: Herre wähnt nun, Preuß sei ein schlechter Übersetzer bzw. hierbei würde es sich einfach um eine falsche Übersetzung handeln. Und seine Leser folgen ihm nach:

#24 Ratzl (04. Okt 2007 18:57)
Wenn man islamophobie mit islamfeind übersetzt, zeigt man wirklich überdeutlich seine Sachlichkeit…

#14 hanlonsrazor (04. Okt 2007 18:14)
Soviel Englischkenntnisse, um eine richtige Übersetzung zu machen, muss man selbst ihm zutrauen! Herr Preuß ist daher auch kein stümperhafter Übersetzer, Herr Preuß ist ein verschlagener Agitator Journaillienbeschicker, ganz in der Tradition der bolschewistischen Abteilung für Agitation und Propaganda.

#69 Bruckner (05. Okt 2007 01:32)
Preussens T-Shirt-Uebersetzung ist offensichtlich falsch

Und was steht nun aber im gescholtenen Artikel von Preuß?

Im einem eigenen Fanshop verkauft Herre T-Shirts, Kaffeetassen und Buttons mit der Aufschrift “Islamophobic and proud of it” (Islamophob und stolz darauf).

Preuß übersetzt also völlig korrekt „islamophobic“ mit „islamophob“. Lediglich die Überschrift ist eine Variation auf das Thema, wie bei Überschriften üblich. Wie man auch auf dem gescannten Artikel bei PI nachlesen kann könnte. Wenn die minderbemittelten Haßprediger nur mehr als Überschriften zu lesen in der Lage wären. Zu dumm zum lesen also! Es ist wirklich erstaunlich, daß es immer noch abwärts gehen kann bei PI.