Haßpredigende Sektierer

(Anmerkung: diesen Text schrieb ich im Mai 2007 als Leserkommentar ergänzend zum Beitrag Ahnungslose Haßprediger im Blog von Stefan Niggemeier, konnte ihn dort aber aufgrund der Kommentarschließung nicht mehr einstellen. Es empfiehlt sich, zum Einstieg diesen Beitrag zu lesen.)

Ich habe PI seit langem verfolgt, später in immer größerem Abständen. Jedes Mal, wenn ich wieder dort las war ich überrascht, daß dieser Blog überhaupt noch tiefer sinken konnte. Die eigene Ignoranz und Dummheit wird dort mit Stolz abgefeiert. Früher habe ich in den Kommentaren diskutiert und mit manchem war tatsächlich eine vernünftige Diskussion bis zu einem bestimmten Grad möglich. Spätestens beim Realitätscheck mussten sie dann allerdings aussteigen. Zu der Zeit, als die angeblichen „No-go-Areas für Deutsche“ erfunden wurden, konnte man mir auf Nachfrage tatsächlich keine konkrete benennen und so lief auch mein Angebot ins leere, doch nachts mal gemeinsam eine solche aufzusuchen. Neukölln und Kreuzberg sind für PIler mystisch aufgeladene Schreckensorte durch Erzählungen aus dritter Hand, aber kaum einer dürfte sie tatsächlich kennen. Und so reden sie wie die Blinden von der Farbe.

Schon erwähnt wurde der Verzicht, sich mit nicht ins Weltbild passenden Argumenten auseinander zu setzen. Zu wenig beleuchtet wurde meiner Meinung nach die hartnäckige Weigerung, die eigenen Falschmeldungen zu korrigieren (und möglicherweise übernimmt auch Broder solche Falschmeldungen aus PI). Meiner Meinung nach ein deutlicher Beleg dafür, daß es eben um Selbstvergewisserung einer Klintel und nicht um Wahrheitsfindung geht. Man möchte mit Berichtigungen nicht am eigenen Image gegenüber den Eingeschworenen kratzen. Und wer nicht dazugehört ist egal, denn das sind ja sowieso die Gutmenschen, die die Wahrheit unterdrücken wollen. Hier wird deutlich, wie verschwörungsthoretisches Denken beim Errichten einer abgeschotteten Informationswelt hilft.

Wer was kritisches zu PI sagt, der wird persönlich diskreditiert und bei dem fallen die Spamtrolle massenhaft ein, aber das ist ja schon thematisiert worden. Absurd in dem Zusammenhang, wenn dann statt Argumente die Vorwürfe von PI an Kritiker kommen, sie würde anonym agieren. Möglicherweise kaum verholender Ärger darüber, daß man jemandem nur in der virtuellen Welt einen Mob an den Hals hetzten kann.

Was im übrigen wenig bekannt ist: Mitautor Ralph hat damals aufgrund der immer deutlicher werdenden Hetze PI verlassen. Er schrieb vom „ressentimentgeladenen antiislamischen Affekt“ (den er als zünftiger Antifeminist allerdings im „zänkisch-verhärmten Feminismus“ der Neu-Autorinnen verortete). Ralph hat wirklich eigentümliche Beiträge verfasst, aber ich kann ihn nur respektieren dafür, daß ihm die Hetze zu viel geworden ist und er sich mit deutlichen Worten von PI distanzierte.

Ebenso kann man die Distanzierung von PI solchen Blogs wie Statler&Waldorf, No Blood for Sauerkraut, Greg B. Grabinski, Telegehirn und Martin Hagen anrechnen. Gleichzeitig müssen die sich aber die Frage gefallen lassen wieso sie nicht von Anfang an durchschauten, wes geistigen Kind PI ist. Denn das war schon immer herauszulesen, wurde nur deutlicher mit der Zeit. Aber eine gemeinsame Ideologie macht vermutlich für manches blind.

Update: Da der Beitrag bei S&W inzwischen nicht mehr Online ist, hier zwei Zitate von Ralph K. aus den obigen Links:

Von Freunden muss man sich in aller Stille zurückziehen, wenn sie keine mehr sind. Vergangenem, an das man sich einst affektiv gebunden fühlte, sollte man nichts Schlechtes hinterherwerfen. Wenn man etwas äußert, -dann nur Gutes. Darum will ich an dieser Stelle zu PI schweigen. Auch dazu, dass es vielleicht eher zum deklamatorischen Stil politischer Blogs als zu dem dezenter (liberaler) Bürgerlichkeit passt, sich mit großer Geste einen kleinen Schritt zu getrauen, -den nämlich, PI von der Blogroll zu streichen. Ich habe mir erlaubt, eine sehr viel schmerzvollere Entscheidung in dieselbe Richtung zu fällen, ohne daraus die Legitimation abzuleiten, mich in maximengesättiger Gebärde, maximaler Pose von einstigen Alliierten abzusetzen.

@doro
Um an dieser Stelle die leider höchst berechtigte Frage zu beantworten, die statler in seiner Überschrift gestellt hat, die nämlich nach den Gründen, welche uns ruiniert haben, sei hier nur gesagt:
Sie und noch zwei, nein: drei Damen, deren Namen mir an dieser Stelle nicht über Tastatur und Maus kommen, haben aus PI das gemacht, was es heute ist.
Der ganze ressentimentgeladene antiislamische Affekt kam in Gestalt eines zänkisch-verhärmten Feminismus in unser bzw. Stefans Blog. Es sind Ihresgleichen, die sich dort verlustieren. Nicht meinesgleichen. Dass ausgerechnet Sie die Stirn haben, Doro, sich hier zur Anklägerin über uns aufzuschwingen, das geht mir, sage ich offen, gewaltig an die Nieren. Statler ja. Jo@chim, von mir aus. Sie -NEIN!

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3 Antworten to “Haßpredigende Sektierer”

  1. DonLeone Says:

    Herrenmensch Herre predigt doch keinen HaSS, der spricht doch nur die Wahrheit aus. Jeder weiss doch, dass der Moslem und Ausländer die Welt mit Terror, Unglück und 2 Richtigen im Lotto überzieht. Nur Dhimmis und Gutmenschen verstehen das nicht und reissen die Menschheit ins Verderben!

  2. alex Says:

    in sachen no go area hier nur ein kleiner tip: nogatkiez in berlin neukölln. und wers nicht glaubt kann da ja mal ne runde spazieren gehen. auch schön ist das viertel um die allerheiligenstrasse in ff/m. bei meinem besuch vor einer woche wurde ich von 4 mitbürgern migrantischer herkunft als nazi beschimpft und flüchtete mich als sie anfingen mich mit flaschen zu bewerfen in ein taxi, wo mir ein migrant riet als weißer mitteleuropäer um diese zeit mich nur via taxi zu bewegen.

  3. H.Orst Says:

    Bruahahahaha, die Allerheiligenstrasse in FFM ist also eine der gefürchteten NoGo-Areas. Auaa, ich kann nicht mehr.
    Ich werde hier nie als Nazi beschimpft und mir ist auch niemand bekannt dem solches wiederfuhr.
    Aber das könnte auch daran liegen das ich keiner bin und mich auch nicht wie einer aufführe.
    Aber erzähle nur weiter vom iranischen Hoheitsgebiet, das 3 Meter hinter der Zeil anfängt, ich hol dann mal Popcorn. (natürlich beim Mullah nebenan) ;-)

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